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Ausnahme-Erscheinung am Fünften

„Wer es im Leben zu etwas bringen will, muss seine Prinzipien vergessen können“: alte Großtanten-Weisheit. Ich glaub‘ mal dran – zumindest für heute. Passt gut zu einem Tag, an dem die Ausnahme die Regel war. Zur Ausnahme-Erscheinung unter den Dienstagen sozusagen. Und das Protokoll davon hinterlege ich beim „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“-Event, zu dem Frau Brüllen an jedem Fünften eines Monats einlädt.

Damit das (Ver-)Lesen des Protokolls nicht gar so amtlich wird, stelle ich uns rasch noch einen kleinen Snack auf den Tisch. Mögen doch alle Lachsröllchen, oder? So, auf geht’s.

lachsroellchen
7.30 Uhr – Regel Nr. 1

Ich mag keine Katzen, die mit ihren Krallen die Tapete von der Wand holen.
Ausnahme:
Ich mag Charlotte. Natürlich mag ich all unsere aktuellen und auch die Ex-Tiger. Unter denen zählt Fräulein Charlotte nicht gerade zu den Zuckersüßen. Sie kann eine echte Zicke sein – eine Diva ist sie sowieso. Beim Tierarzt trägt ihre Kartei-Karte den Stempel „Z“ – und der steht nicht für Zuckerschnecke!  😉  Aber sie ist meine Herzenskatze, war es gleich vom ersten Tag an, an dem sie hier als kleines Fundkätzchen ins Haus kam. Herzenskatzen müssen verwöhnt werden. Also kriegt sie trotz Tapeten-Attacke feine Kaninchen-Paté zum Frühstück.

9.30 Uhr – Regel Nr. 2
Arbeitsbeginn in der Redaktion: Konferenz. Blattkritik, nächste Ausgabe planen, Termine und Aufgaben verteilen.
Ausnahme:
Ich hab‘ heute einen 10-Uhr-Termin und fahre von zu Hause direkt dort hin: Theater-Workshop mit Jugendgruppen aus drei unterschiedlichen Ländern. Die Veranstalter sprechen ständig von einer „trinationalen Jugendbegegnung“. Hat was vom „Trimagischen Turnier“ in „Harry Potter und der Feuerkelch“, was der Nummer ein bisschen was Glamouröses gibt. Ansonsten ist sie das … eher nicht.

12 Uhr – Regel Nr. 3
In der Kantine esse ich kein Fleisch. Weil ich nicht weiß, woher es kommt, ich aber allein wegen des Preisniveaus den Verdacht habe, dass es nix Gutes sein kann.
Ausnahme:
Die noch arg bissfesten Kichererbsen mit dem Riesenstück massiven, drögen Fladenbrot, die es heute als vegetarisches Angebot gibt, sind schlicht indiskutabel. Und ich habe Hunger! Also doch die Piccata Milanese. Die ist gar nicht mal sooo schlecht. Und: Ja, die Redaktion speist tatsächlich schon um 12 Uhr zu Mittag. Täglich und geschlossen. Das ist seit Ur-Zeiten so und daran wird keinesfalls gerüttelt. Anrufe also bitte erst wieder ab 12.45 Uhr!

15.30 Uhr – Regel Nr. 4
Die Technik ist mein Freund. So gut wie Immer.
Ausnahme:
Heute funktioniert nichts. Gar nichts. Überhaupt nichts. Ständig schmieren mir Jobs ab, muss ich Programme neu starten, die vorm Neustart bearbeiteten Jobs entsperren, noch mal anfangen. Das kostet Nerven – und mich den ganzen Nachmittag, den ich eigentlich nutzen wollte, um ein paar Geschichten vorzuschreiben. Heilfroh bin ich, als die Ausgabe endlich produziert und korrigiert ist.

19.40 Uhr – Regel Nr. 5
In den Sommerferien gibt es keine Abendtermine. Und das ist gut so, weil in unserem Job zu allen anderen Zeiten reichlich abendliche Einsätze anfallen.
Ausnahme:
Jeden Sommer stellt die Freie Theatergruppe Stattgespräch aus Lemgo der Presse den Spielplan für ihre nächste Saison vor. Der Termin liegt immer mitten in den Sommerferien. Und eingeladen wird verlässlich auf 20 Uhr. Da will ich eigentlich auf der Terrasse sitzen, in die Abendsonne gucken und Wein trinken. Aber was hilft’s? Ich mach‘ mich also noch mal auf den Weg. Aber auch nur für euch, ihr lieben Stattgesprächler…!  😉

So, und jetzt ist endlich Feierabend. Ich sitz‘ hier auf der Terrasse und blogge. Und verziehe mich gleich auf’s Sofa, um noch ein paar Kapitelchen in „Honigtot“ zu lesen. Schlaft alle gut!

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