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Lammfrikadellen für die Chefin

Die Tür zischt auf, in resolutem Stechschritt fallen zwei Zugbegleiterinnen in den Speisewagen ein. „Habt ihr noch zweimal die Lammfrikadellen?“, bestürmt die erste der beiden die Mitarbeiterin im Bordrestaurant. Und ergänzt geradezu empört: „Eben im anderen Zug waren sie komplett ausverkauft.“ Oha, da hat jemand Hunger.

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Die so genannten „Lammfrikadellen“ firmieren offiziell unter dem Titel „Hackfleischröllchen vom Lamm“, kommen mit orientalischem Karottenpüree und Petersilien-Minz-Joghurtdip auf die Teller der ICE-Bordrestaurants und sind eine Kreation meiner Bloggerfreundin Dorothée von „Bushcooks Kitchen“. Sie macht mit bei der aktuellen Kampagne der Deutschen Bahn, „Blogger in Fahrt“, und die geht so: Sechs Foodblogger haben Gerichte konzipiert, die jeweils für einen Zeitraum von zwei Monaten auf der Speisekarte der Bordrestaurants stehen. Dafür müssen die Gerichte ganz speziellen Anforderungen genügen. So müssen die Komponenten schon fertig zubereitet in Beutel verpackt werden können, um später mit den Mitteln einer ICE-Bordrestaurant-Küche unter Dampf erhitzt und rasch angerichtet zu werden – schließlich sollen sie binnen möglichst kurzer Zeit auf dem Teller des Reisenden landen.

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Der Liebste und ich dürfen testen, wie gut das im Fall von Dorothées eigens für den Frühling kreierten Gerichtes – sie wusste beim Entwickeln des Rezeptes und beim Probekochen, dass es im April und Mai auf der Karte stehen sollte – funktioniert.

Wir verbinden diese Test-Tour mit einem Tagesausflug nach Düsseldorf. Dort habe ich seinerzeit studiert, bin aber seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr da gewesen. Eine schöne Gelegenheit, mal wieder nach dem Rechten zu schauen.  😉  Von Bielefeld bis  Düsseldorf braucht der ICE nicht ganz zwei Stunden – das ist ein guter Zeitraum, um essen zu können, ohne hetzen zu müssen. Wir entern den Zug direkt im Bordrestaurant, finden auch gleich einen Tisch – und fühlen uns herzlich begrüßt, denn: Dorothée lächelt uns entgegen! Ihr Porträt findet sich auf den Platzsets und auf einer Doppelseite in der Speisekarte. Dort erzählt sie, wie sie zum Kochen und Bloggen gekommen ist und was sie sich beim Konzipieren ihres „Blogger in Fahrt“-Gerichtes gedacht hat.

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Das weiß ich natürlich alles schon, schließlich habe ich „Bushcooks Kitchen“ abonniert, und dort hat Dorothée in mehreren Beiträgen über die Aktion und über ihr Gericht berichtet. Sie beschreibt auch die aufwändige Logistik, die nötig ist, damit Reisende im ICE warme Speisen serviert bekommen können. Und sie erzählt, wie viel Sorgfalt die Macher im Vorfeld darauf verwendet haben, die Gerichte der Blogger optimal für die Gegebenheiten der Bordrestaurant-Küche umzusetzen und dabei den gewünschten Geschmack möglichst genau zu treffen. Das hat mich beeindruckt.

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Und da kommt unser Essen auch schon. Die Teller sind ein bisschen anders angerichtet als auf dem Foto, sehen aber appetitlich aus. Sogar ein paar Hälmchen Schnittlauch finden sich auf dem Karottenpüree, das Farbe auf den Teller bringt. Und Geschmack. Dorothée ist ja ein Fuchs – auf orientalische Gewürze zu setzen, war eine gute Entscheidung. Kreuzkümmel, Kurkuma und ein Hauch Chili-Schärfe machen das Püree aromatisch; fruchtig und möhrig schmeckt es. Lecker. Auch der Dip passt gut dazu, er bringt Frische ins Spiel. Und die Hackröllchen schmecken unverkennbar nach Lamm, haben allerdings zumindest in unserem Fall den Prozess des Vorgarens, Kühlens und Wieder-Erhitzens nicht so gut vertragen. Sie sind leider recht kompakt und trocken. Frisch aus der Pfanne wären sie wohl richtig gut – aber das ist im Bordrestaurant nicht zu leisten.

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Da bleibt nur, sich zu Hause selbst an den Herd zu stellen – klar, dass Dorothée das Rezept auch im Blog hat. Selbst kochen müssen ohnehin alle, die nicht in den nächsten Tagen noch per ICE unterwegs sind. Im Juni werden die Lammhackröllchen auf der Speisekarte der Bahn von einem anderen Aktionsgericht abgelöst. Auf jeden Fall hat Dorothées Gericht mit seinen orientalischen Aromen im April und Mai eine andere, spannende Farbe ins Angebot der Bordrestaurants gebracht.

Das schätzen offenbar auch die beiden Zugbegleiterinnen, die so explizit nach den „Lammfrikadellen“ verlangen, und die ganz gewiss keine Ersttäterinnen sind. „Haben wir noch zwei Portionen für die Chefin?“, ruft die Bordrestaurant-Mitarbeiterin ihrer Kollegin zu, die hinten in der Küche mit dem Geschirr klappert. „Ja, sind gerade noch zwei da“, kommt die Antwort zurück. Puh, Punktlandung. Glück für die Chefin.

Disclosure: Danke an die Deutsche Bahn, auf deren Einladung wir die Fahrt unternehmen durften, an Dorothée Beil für das schöne Angebot zum Probe-Essen und an die Agentur Gourmet Connection für die perfekte Organisation. Der Beitrag gibt meine eigene Meinung wieder.

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2 Comments

  1. Liebe Barbara, das freut mich sehr, dass Ihr die Reise genießen konntet und gute Erfahrungen mit der Bordküche der Bahn gemacht habt. Vielen Dank für den schönen Bericht.

    • Barbara Luetgebrune

      Barbara Luetgebrune

      Vielen Dank für die Einladung, liebe Dorothee. Es war ein schönes Erlebnis und wir hatten einen tollen Tag.

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