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Buchvorstellung: Vegane Brotaufstriche

Ich mag’s auch mal tierfrei. Nicht ausschließlich, aber immer öfter. Wenn veganes Essen kreativ sein und schmecken soll, braucht es nicht nur andere Zutaten, sondern eine ganz andere Denke – so viel habe ich inzwischen schon mitbekommen. Für mich ist diese Thematik ein sehr spannendes neues Entdeckungsfeld. Inspi dafür bekomme ich aktuell durch zwei Bücher, die mir ins Haus geflattert sind. Das erste stelle ich heute vor.

vegane_brotaufstriche

Und zwar ist das „Vegane Brotaufstriche – 22 x dick aufgetragen“ von Sabine Schlimm. Sabine bloggt drüben auf „Schmeckt nach mehr“ und hat dort schon vor einiger Zeit die immer wieder frisch befütterte Rubrik „Brotaufstrich des Monats“ aufgelegt. Dort habe ich mir schon so manche Idee für tierfreie, herzhafte Genüsse aufs Abend-Brot oder Frühstücksbrötchen geholt. Speziell letzteres – denn in schöner Regelmäßigkeit haben wir meine Eltern zum Sonntagsfrühstück zu Besuch. Und meine Mutter – ich erwähnte es bereits gelegentlich – lebt schon lange vegetarisch. Zwar isst sie durchaus Milchprodukte, dennoch: Ein bisschen Abwechslung auf dem gedeckten Tisch tut dem Frühstücksappetit allemal gut.

Der kleine Band „Vegane Brotaufstriche“ ist aber kein 1:1-Abbild der Blog-Kolumne. (Ha! Einer meiner digitalen Lieblinge, die Salzzitronen-Oliven-Creme, fehlt in der Printversion… *sniff*  😉 ). 22 Vorschläge gibt’s insgesamt, nur wenige davon kennen die Stammleser des Blogs bereits, und in allen ist Musik drin – und wie. Sabine kombiniert aus dem weiten Feld der Klassik zum Beispiel Gurke mit Meerrettich und Dill (vorne im Bild) oder Farmersalat in einem ohne tierische Produkte auskommenden Dressing mit gerösteten Sonnenblumenkernen. Dass diese Klassik-Hits nach wie vor das Zeug haben, das Brot zu rocken, wie Sabine treffend schreibt, erreicht sie durch kleine, überraschende Twists wie etwa die Backpflaumen, die sie ihrem Zwiebel-„Schmalz“ beigibt.

In der Abteilung Weltmusik treffen sich Jalapeños, Kidneybohnen und Räuchertofu zu einer feurigen Tex-Mex-Creme aufeinander, ein paar Seiten weiter verbinden sich Süßkartoffeln und Erdnusscreme zu einem sanft-sättigender Aufstrich mit Crunch. Ich bin für meinen Testlauf Nummer zwei, den minzigen Mais-Linsen-Aufstrich, in der Kategorie Freestyle-Jamsession fündig geworden. Mein Lieblings-Genre: Hier treffen sich Zutaten und Gewürze quer durch die Weltküchen auf einer Scheibe heimischem Brot – und das Zusammenspiel harmoniert dennoch prima. Genau mein Fall – ich hab’s ja nicht so mit Schubladen und mach‘ mein Ding schon von jeher lieber neben der Kommode, wie die Wise Guys singen.

vegane_brotaufstriche_cover

Schön an dem Bändchen sind die umfassende Einführung, in der Sabine unter anderem erklärt, wie aus einer ärgerlich flüssigen Angelegenheit eine streichfeste Angelegenheit wird. Mit diesem Grundwissen lässt sich in den Rezepten dann durchaus auch mal eine Zutat ersetzen, die sich gerade nicht in der Speisekammer findet. Die Rezepte sind gelingsicher, ein paar Ideen für schnell zubereitete warme Snacks finden sich ebenfalls, außerdem gibt’s immer wieder Extra-Tipps für Resteverwertung & Co. und ein paar Appetithäppchen beim „Blick über den Tellerrand“ ganz zum Schluss. Die Fotos sind einladend und appetitlich inszeniert. Und dann mag ich Sabines locker-eingängige Schreibe ja einfach einmal gern – im Blog und hier im Buch. Also: Ran an den Stabmixer! Denn viel mehr an Gerät braucht es zur Zubereitung nicht.


Für den Minzigen Mais-Linsen-Aufstrich braucht ihr:

– 1 Stück frischen Ingwer (etwa 20 g)
– 1 kleine Zwiebel
– 5 EL neutrales Öl (ich: Distelöl)
– 100 g rote Linsen
– 150 ml Gemüsebrühe
– 100 g aufgetauter TK-Mais (ich: Dosenmais)
– 1 Stängel Minze
– 1 Limette, den Saft
– Salz & Pul Biber

Und das macht ihr:

Ingwer und Zwiebel schälen, fein würfeln und im erhitzten Öl andünsten. Linsen und Brühe zugeben, zum Kochen bringen und dann bei schwacher Hitze ziehen lassen, bis die Linsen weich sind. Bei Bedarf zum Ende hin immer mal noch einen Schuss Wasser zusätzlich angießen.

Den Mais grob hacken. Die Minzblätter in feine Streifen schneiden. Wenn die Linsen weich sind, Mais und Limettensaft zu den noch warmen Linsen geben und unterrühren. Die leicht stückige, streichfähige Masse kann so bleiben – ich habe sie allerdings noch mal püriert, weil mir die Konsistenz auf dem Brot so besser gefällt. Minze unterrühren und mit Salz und Pul Biber abschmecken. Der Aufstrich sollte mindestens zwei Stunden kühl stehen, ehe er auf dem gedeckten Tisch landet – für’s Frühstück also am besten tags zuvor zubereiten. Dieser Aufstrich ist mit seiner minzigen Note mit/auf Papadams aber auch sehr fein als abendlicher Snack oder Vorspeise zu einem indisch angehauchten Essen. In dem Fall würde ich allerdings nicht zum Pürierstab greifen, sondern die Masse durchaus in stückiger Form belassen.

Wie auch immer: Lasst es euch schmecken!

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