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Dattel-Maronen-Pilaw mit Mango-Möhre & Orangen-Gambas

Kennt ihr das auch? Nie klingt mein geträllertes „Tochter Zion“ freudiger als auf einer saftig grünen Wiese im hellen Mai. Nie fühle ich mich, im lappigen Uralt-Pyjama auf dem heimischen Sofa pelzend, so sauwohl wie an Silvester, dem Aufbrezel- & Party-Abend schlechthin. In mir lebt ein kleines, kicherndes Teufelchen, das eine diebische Freude am „Jetzt erst recht“ hat.

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Irgendwas muss da gründlich schief gelaufen sein. Irgendwann in meiner frühkindlichen Entwicklung. Irgendwie stecke ich immer noch in der Trotzphase. Wie sonst sollte sich mein Spaß daran erklären, genau das NICHT zu tun, das gerade von mir erwartet wird? Obwohl, ich kann auch anders: Ich kann auch prima genau das tun, das gerade NICHT von mir erwartet wird. Da bin ich flexibel. Wie auch immer –  ich bin mir sicher: Beim Bloggen kostet mich diese fatale Neigung zum Antizyklischen Trilliarden Leser. Täglich! Leser, die aktuell nach Rezepten für Gänsebraten oder Glühweingulasch lechzen zum Beispiel. Aber was soll ich tun? Wenn mein kleiner innerer Teufel keine Glühweingans will, sind mir die Tipp-Finger gebunden.

Jetzt, kurz vor Weihnachten, war meinem Teufelchen nach Frische, Frucht und ein bisschen Schärfe. Nach der Leichtigkeit marinierter Gambas. Ich konnte den kleinen Kerl gerade noch zu ein paar halbwegs weihnachtlichen Aromen Schrägstrich Zutaten wie Zimt, Datteln und Maronen überreden. Herausgekommen ist dabei ein orientalisch angehauchter Pilaw mit einem schön geschärften Mango-Möhren-Salat und ein paar Orangen-Gambas. Wobei letztere nur als kleine Dreingabe für Fisch-Esser zu verstehen sind, das Gericht funktioniert auch mühelos und ebenso gut vegetarisch. Habt ihr Lust auf ein maienhaftes „Tochter Zion“?

Das braucht ihr für zwei Personen:

2 große Möhren
1 Mango (aus der Dose geht auch)
4 Frühlingszwiebeln
1 kleine rote Chilischote
1 Stück Ingwer
1 Limette – den Saft
2 EL Chilisauce
1 gute Prise Zucker
Salz
Schnittlauch

1 Stich Butter
2 mittelgroße Zwiebeln
1 Lorbeerblatt
1 rote Chilischote
1 Zimtstange
1 Döschen Safran
150 g Basmatireis
600 ml Gemüsefond
150 g Kichererbsen (aus der Dose ist in diesem Fall völlig okay)
50 g getrocknete Datteln, entsteint
100 g Maronen (die Vorgekochten & Vakuumverpackten)
1 paar Stängel Minze
1 Handvoll glatte Petersilie
Salz

4 Gambas
1 kleine, unbehandelte Orange
Raz-el-Hanout
Pimenton d’Espelette
Olivenöl
Salz & Pfeffer (ich: Orangenpfeffer)

Und das macht ihr:

Für die Gambas die Schale der Orange abreiben, die Orange auspressen und den Saft mit dem Schalenabrieb sowie Raz-el-Hanout und Piment d’Espelette nach Geschmack mischen. Die Gambas entdarmen und bis auf’s Schwanzende schälen. Im Orangensaft für etwa eine Stunde marinieren.

Für den Salat die Möhren in kleine Stifte schneiden, Salzwasser zum Kochen bringen und darin eine Minute lang blanchieren. Abschrecken und abtropfen lassen. Die Mango ebenfalls in Stifte, die Frühlingszwiebeln in feine Ringe, die Chili und den Ingwer in kleine Würfelchen schneiden. Aus dem Limettensaft und Chilisauce ein Dressing rühren. Möhren, Mango, Frühlingszwiebeln, Chili und Ingwer hineingeben, vorsichtig verrühren, mit Zucker und Salz abschmecken und ein halbes Stündchen ziehen lassen. Kurz vor dem Servieren den in feine Röllchen geschnittenen Schnittlauch unterrühren. Bei Bedarf nachwürzen.

Für den Pilaw die Zwiebeln würfeln und in Butter glasig dünsten. Chilischote seitlich anritzen und mit Zimtstange, Safran und Lorbeerblatt zu den Zwiebeln geben, bis die Gewürze duften. Den Reis dazugeben, kurz mitdünsten, dann mit 300 ml des Gemüsefonds ablöschen und salzen. Den Topf verschließen und zehn Minuten stark kochen lassen. Die Hälfte des verbliebenen Fonds nachgießen, kurz warten und dann die Kichererbsen sowie die grob gehackten Maronen und Datteln auf den Reis geben. Nicht unterrühren! Weitere zehn Minuten sanft köcheln lassen, dabei nach und nach den restlichen Fond zugeben. Minze fein schneiden, Petersilie hacken und kurz vorm Servieren unter den Pilaw mischen. Bei Bedarf mit Salz und Pfeffer nachwürzen.

Die Gambas aus dem Saft fischen und mit Küchenpapier trockentupfen. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Gambas darin bei mittlerer Hitze von jeder Seite zwei Minuten braten. Salzen und pfeffern.

Fertig! Wenn das kein fröhlich schmetterndes „Tochter Zion“ wert ist, weiß ich’s auch nicht. Und für das Glühweingulasch schaut doch im Mai noch mal vorbei… *pfeif*  🙂

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2 Comments

  1. Sehr schön, und erfrischend zu lesen – wie stets!
    Hab‘ grad ebenfalls mit anderen Aromen als Zimt und Nelken hantiert und eine Weihnachts-Konfitüre als kleines Mitbringsel (passt auch noch im Mai!!!) gekocht.
    Advent und so ist hier bei 30 Grad eher kein Thema, mal abgesehen von den blinkenden Scheusslichkeiten in den grossen Resorts.
    Mit kulinarischen Grüssen aus Fernost,
    FEL!X

    • Barbara Luetgebrune

      Barbara Luetgebrune

      Freut mich, dass es dir gefällt, Felix! Und deine Konfitüre klingt auch ganz traumhaft. Ich stecke hier gerade voll in den Klauen des Weihnachtsfestes, auch im Job, was an meiner aktuell niedrigen Blog-Frequenz leicht abzulesen ist. Verzichten mag ich auf Weihnachten ja nur ungern, aber ich hätte nix dagegen, wenn es denn nun mal endlich da wäre, das Fest der Feste… 😉 Feierst du selbst denn Weihnachten oder gar nicht?

      Einen schönen Tag für dich & schöne Grüße!

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