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Der „Große Hans“ geht gratulieren

Nicht Fisch, nicht Fleisch; nicht Pudding, nicht Kuchen; nicht nur süß, nicht ausschließlich herzhaft: Klingt unentschlossen? Ist aber eine spannende und ganz köstliche Angelegenheit: Zur ultimativen Gugelhupf-Party zum 13. Blog-Geburtstag bei Zorra bringe ich einen „Großen Hans“ samt süßem Backobstkompott und scharfer Senfsauce mit.

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Damit geht ein Klassiker aus Deutschlands hohem Norden als Geburtstagsgruß an eine Pionierin der deutschsprachigen Foodbloggerszene, die tief im Süden, im spanischen Andalusien, lebt, kocht und bloggt. Zum 13. Geburtstag ihres „Kochtopf“ wünscht sie sich Gugelhupf. Ob mit Hefe oder Backpulver, ob süß oder deftig – alles ist ihr willkommen, es entscheidet allein die Form.

Und die war es letztlich, die mich in meiner Ideenfindung zum „Großen Hans“ geführt hat. Ich hatte da so ein Bild im Hinterkopf von einem Gericht mit Gugelhupf-Anteil, um das ich schon immer wieder mal gedanklich herumgeschlichen war. Es brauchte aber ein Weilchen, bis mir dämmerte, wo genau ich dieses Bild gesehen hatte: in Stevan Pauls „Deutschland vegetarisch“.

Der „Große Hans“ also. Selbst in seiner Heimat Schleswig-Holstein sei er ein bisschen aus der Mode gekommen, schreibt Stevan Paul dazu. Seine schleswig-holsteinische Großmutter, die Oma seiner Frau, war es, die ihn in Kontakt mit der regionaltypischen Küche gebracht hat. Die nicht klare Trennung zwischen süß und herzhaft ist eines ihrer Markenzeichen – und so ein „Groten Hans“ ein Beispiel eben dafür. Sein Teig wird nur wenig gesüßt, dafür aber auch leicht gesalzen. Und gegart wird der Puddingkuchen-Kuchenpudding in einer Form im Wasserbad, die Gugelhupf-Form ist eine Möglichkeit.

Die Gründe dafür, warum mein „Hans“ sich während des Garvorgangs nicht zu einem großen seiner Art ausgewachsen hat, sondern vielmehr eher klein geraten ist, müssen in einem weiteren Versuchsdurchgang geklärt werden. Ich hatte zwar eine kleinere Form und eine geringere Teigmenge verwendet als angegeben, hätte aber gedacht, dass der Puddingkuchen ein bisschen stärker aufgeht, als das bei mir der Fall war. Vielleicht war aber doch auch alles richtig, denn die Konsistenz des fertigen „Hans“ passte auf alle Fälle – er war mürbe und locker. Und lecker.

Das braucht ihr:

Für den „Großen Hans“ (Form mit 2,5 l Volumen):

150 g weiche Butter
1 unbehandelte Zitrone, die Schale
50 g Zucker
3 Eier
100 ml Milch
250 g Mehl
2 TL Backpulver
1 Prise Salz
ein wenig Butter für die Form

Für das Backobstkompott:

600 ml Apfelsaft – ich: Apfel-Johannisbeer-Himbeersaft
50 g Zucker
1 unbehandelte Zitrone, den Saft
300 g gemischtes Backobst
5 g Speisestärke

Für die Senfsauce:

30 g Butter
200 ml Milch
200 ml kalte Gemüsebrühe
150 ml Sahne
20 g Mehl
2 – 4 TL scharfer Senf
Salz
Schnittlauchröllchen zum Bestreuen

Und das macht ihr:

Butter, Zitronenabrieb und Zucker mit dem Handrührgerät cremig schlagen. Unter stetigem Rühren zunächst die Eier einzeln, dann nach und nach die Milch zugeben und unterrühren. Mehl, Backpulver und Salz vermischen, ebenfalls zugeben und rühren, bis ein cremiger Teig entsteht.

Die Wasserbad- oder – sic! – Gugelhupf-Form mit Butter ausstreichen, den Teig hineingeben und mit dem Deckel, alternativ mit Alufolie, verschließen. In einen Topf stellen und im leise köchelnden Wasserbad eineinhalb Stunden lang garen. Dabei aufpassen und verdampftes Wasser immer wieder auffüllen – der „Große Hans“ sollte stets zu zu einem Drittel im Wasserbad stehen.

Für das Backobstkompott 550 ml Apfelsaft mit Zucker und Zitronensaft aufkochen. Das Backobst zugeben und offen 8 Minuten lang kochen lassen. Den restlichen Saft mit der Speisestärke verrühren und unter das kochende Backobst rühren. Noch einmal aufkochen und dann zur Seite stellen.

Die Senfsauce ist eine verblüffend unkomplizierte Variante einer Béchamel-Sauce. Dafür werden Butter, Milch, Brühe, Sahne und Mehl mit einem Schneebesen in einem Topf verrührt. Der kommt dann auf den Herd und sein Inhalt wird bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren aufgekocht. Zwei Minuten  kochen lassen, dann den Senf einrühren und salzen. Zum Servieren mit den Schnittlauchröllchen bestreuen.

Den „Großen Hans“ stürzen und im Ganzen servieren. Zusammen mit dem Kompott und der Sauce natürlich – und am besten, so Stevan Paul unter Berufung auf seine schleswig-holsteinische Oma, sollten auch alle Komponenten zusammen genossen werden. Lasst es euch schmecken!

Dies ist mein Beitrag zum Event „Gugelhupf – Happy Birthday Kochtopf.me“. Ganz herzlichen Glückwunsch zum 13. Blog-Geburtstag, liebe Zorra!

Blog-Event CXXXV - Gugelhupf (Einsendeschluss 15. Oktober 2017)

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2 Comments

  1. Kannte ich gar nicht. Interessant und ich mag ja gerne süsses und herzhaftes kombiniert. Also ein Volltreffer! Vielen Dank fürs Mitfeiern und die lieben Worte.

    • Barbara Luetgebrune

      Barbara Luetgebrune

      Ja, versuch’s ruhig mal. Mir war die Kombi auch neu, aber sie hat mir gefallen. Ganz vielen Dank für deine Unermüdlichkeit beim Ausrichten der schönen Events – und noch mal Happy Blog-Birthday!

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