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Aus englischen Farmhouse-Küchen

Ich hatte ja soooo viele Pläne für die „Jeden Tag ein Buch“-Woche. Aber dann habe ich besagte Woche statt am heimischen Herd an einem unerwartet qualmenden ehrenamtlichen Krisenherd zugebracht. Aber ein Buch gibt’s jetzt doch noch. Die übrigen folgen dann eben demnächst ganz ohne Aktionswoche.

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Dies ist einer meiner älteren, arg geliebten Kochbuch-Schätze. „The Englishwoman’s Kitchen“ von Tamasin Day-Lewis. Ich habe es vor ein paar Jahren aus der Altpapiertonne meiner Eltern gerettet. Sie sind seit mittlerweile 37 Jahren eng mit einer Gruppe englischer Farmer befreundet. Von einem dieser Freunde hat meine Mutter das Buch einst geschenkt bekommen. Die Aufmachung ist total Achtziger (die Mode! Die Frisuren! 😉 ) – der Inhalt: Farmers-Frauen erzählen von ihrem Kochstil, ihren Lieblingsgerichten, ihrer Art, Gäste zu bewirten. Sehr persönlich und oft mit viel englischem Humor durchsetzt. Und Rezepte gibt’s auch, klar.

Ich liebe das Buch, weil ich das Konzept „verstehe“ – in solch englischen Farmhouse-Küchen mit ihren großen „Agas“ und dem obligatorischen Hunde- und/oder Katzen-Korb dicht dabei habe ich so manchen Sommer verbracht. Und mich überzeugt der einfache, authentische Ansatz, den ich in England genauso immer wieder erlebt habe und erlebe: Da reichen auf einem mittäglichen Buffet drei, vier Positionen, um Gäste zu bewirten: ein Stück Fleisch oder ein Fisch, ein Blattsalat, eine selbstgemachte Mayonnaise – und zum Nachtisch ein Crumble (natürlich aus eigenen Früchten) , dazu ein Krug mit „custard“. Perfekt.

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Für Crumble braucht es kein Rezept. Beziehungsweise hat sowieso jeder sein eigenes. Der Vollständigkeit halber hier aber die Angaben von Lady Silvia Combe, die die Apfel-Streusel-Leckerei dem Buch zufolge ihren Enkelkindern gern als Nachtisch zum Lunch serviert. Für den Obst-Part nimmt sie 1 Kilo Äpfel, schält und entkernt sie und schneidet sie in Scheiben, ehe sie sie mit 60 g Rohrzucker und abgeriebener Schale von einer halben Zitrone mischt. Ihre Streusel bestehen aus 120 g Brotkrumen (weißes oder braunes Brot), 120 g Rohrzucker und 150 g Butter. Im Ofen werden die Äpfel mit den Streuseln überbacken. Schmeckt warm einfach herrlich – anstelle von Vanillesauce funktioniert auch flüssige Schlagsahne gut dazu.

Und hier noch eine meiner Lieblingspassagen, aus dem Beitrag von Lady Limington: „Pimm’s is always the runaway favourite with white wine second. I always have a selection of other drinks too, as there is often someone who has been told to drink whisky by the doctor, sometimes, indeed, all through meals. Who are these doctors? Where are they? Mine never says anything like that!“  😉

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Das Buch ist nur noch antiquarisch erhältlich. Im Netz finden sich allerdings eine ganze Reihe von Angeboten.

Dies ist ein Beitrag zu der Woche „Jeden Tag ein Buch“, zu der Arthurs Tochter zum zweiten Mal aufgerufen hat.

Grafik: Ariane Bille
Alle Rechte: Ariane Bille

 

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5 Comments

  1. Toll! Ich muss ja sagen, dass mir bei der Buchwoche oft am besten die antiquarischen Ausgrabungen gefallen haben. Das Whisky-Zitat ist große Klasse. Ich habe mir das Buch gleich bestellt und kann es dann demnächst vergleichend neben ein englisches Farmhouse Cookbook legen, das ich gerade übersetzt habe. 😉

    • svanadis

      svanadis

      Ui, du hast gerade eins übersetzt? Schreibst du mir, welches – oder find‘ ich das auf deiner Seite? Für mich haben die „alten Schätzchen“, die ich bei dieser und der letzten jteb-Woche entdeckt habe, auch einen ganz besonderen Charme. Bin ja gespannt, wie dir „The Englishwoman’s Kitchen“ gefällt.

      LG von Barbara, die einst Literaturübersetzen studiert hat – Englisch & Spanisch sowie Deutsch als „Zielsprache“… 😉

      • Ach, guck. 🙂 Das Buch ist noch nicht angekündigt, wie ich gerade gesehen habe. Aber sobald es raus ist, sage ich bestimmt auf dem Blog Bescheid. Und irgendwann schaffe ich das auch mal, eine Seite mit „meinen“ Büchern einzurichten … *emsigTodo-Listeschreib*

      • svanadis

        svanadis

        🙂

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