Skip to content →

Noch schnell entstaubt: Vegetarisch gefüllte Paprika

Julia von German Abendbrot wünscht sich „Entstaubte Klassiker“. Mein Beitrag ist gleich zweimal vom Staubtuch erwischt worden – doppelt hält besser!

Der Ursprung „meines“ Klassikers geht zurück auf die 1970er Jahre. Damals war meine Mutter, ihrer Zeit ein ganzes Weilchen voraus, schon schwer auf der Rohkost- & Reformhaus-Schiene unterwegs. Zum Frühstück gab es (nicht durchweg zur Begeisterung ihrer lieben Kinder 😉 ) Frischkorn-Müsli aus selbst gemahlenem Getreide und Obst aus dem Garten, Fleisch kam deutlich seltener auf den Tisch als zuvor, stattdessen gab es konsequent gemüselastige und vollwertige Küche.

vegetarisch_gefuellte_paprika

Gehacktes ersetzte meine Mutter dabei gern durch eine Hirse-Ei-Kräuter-Gewürz-Mischung, im Familien-Jargon „Die gute Masse“ genannt. In Kohlrouladen, die sie damit füllte, war diese ein Traum, und die vegetarischen Rouladen liefen den zunächst für die Männer vom Hof noch parallel produzierten Hackfleisch-Rouladen unter uns Kindern schnell den Rang ab. Auch Paprika füllte meine Mutter mit der „Guten Masse“ – „entstaubte“ die klassisch gefüllten Paprika also im vegetarischen Sinne. Aber – keine Ahnung, warum – in den Paprika funktionierte das Zeug nicht halb so gut wie in den Rouladen. Zumindest für mich nicht. Für eine ganze Zeit verschwanden vegetarisch gefüllte Paprika von meinem Speisezettel – auch noch, als ich längst selbst kochte.

Erst Jahre später erzählte mir der Liebste mal so im Nebensatz, dass er sich beim Belag für seine legendäre „Pizza Ankara“ ursprünglich von einer Füllung für Paprikaschoten hatte inspirieren lassen. Schafskäse, Eier und Petersilie sind die Hauptzutaten – ich war angefixt und probierte es aus. „Entstaubte“ diesmal also den Familienklassiker der vegetarisch gefüllten Paprika. Mit Erfolg. Die Dinger sind klasse.

Das braucht ihr:

4 rote oder gelbe Paprika
400 g Schafskäse
4 Eier
1 rote Peperoni
1 Handvoll schwarzer Oliven
viel glatte Petersilie
Salz & Pfeffer

Und das macht ihr:

Von den Paprika einen Deckel abschneiden und die Kerne entfernen. Peperoni, Oliven und Petersilie hacken. Schafskäse zerdrücken, mit den Eiern verrühren, dann Kräuter, Oliven und Petersilie untermischen. Nach Geschmack mit Salz und Pfeffer nachwürzen – viel ist aber in der Regel gar nicht mehr nötig. Die Paprika mit der Masse füllen, in eine Auflaufform setzen und mit Tomatensauce umgießen.

Meine Tomatensauce mache ich aus einer gehackten Zwiebel und Knoblauch, die ich in Olivenöl andünste, und Tomaten (aus der Dose), die ich hinzugebe. Das alles lasse ich mit einer Prise Zucker und einem Schuss Balsamico ein Weilchen köcheln und würze schließlich mit Salz, Pfeffer, gerebeltem Oregano & Thymian, nach Gusto auch noch mit ein bisschen Chili.

Die gefüllten Paprika kommen, in der Sauce platziert, für zirka eine halbe Stunde bei 190 °C in den Ofen. Und weil es hier ja um Klassiker geht, wenn auch um entstaubte, gehört nachher auf dem Teller auf jeden Fall Reis dazu. Langkorn, versteht sich – von wegen Basmati & Co.!

Und diese Paprika huschen jetzt noch ganz fix als Auf-den-allerletzten-Drücker-Beitrag zu Julias Blogevent „Entstaubte Klassiker“.

event_entstaubte_klassiker

Published in Uncategorized

6 Comments

  1. Danke für den Hinweis! Beitrag habe ich soeben noch nachgereicht in der Zusammenfassung. Sorry, meine xls-Liste war einfach zu unübersichtlich. Im Lostöpfchen warst Du aber 🙂

    • svanadis

      svanadis

      Mach dir bloß keine Gedanken, alles bestens! 🙂

  2. Saskia

    Saskia

    Eine sehr schöne Anekdote aus deiner Kindheit und sehr interessannt zu lesen. Mit Petersilie und Oliven brauche ich daheim leider nicht ankommen, aber vielleicht probier ich es mal wie die Mutter: Eine klassische für ihn, eine entstaubte für mich.

    Ich wünsch dir einen schönen Wochenstart,
    Saskia

    • svanadis

      svanadis

      Hach, aus dieser Gemengelage gibt’s noch so viele Anekdoten, die ich erzählen könnte. Die von den Lollies und Bonbons beispielsweise, die wir irgendwo abstaubten, und die meine Mutter uns für 10 Pfennig (Bonbon) respektive 50 Pfennig (Lolli) abkaufte, um uns daran zu hindern, sie zu essen. Gewiefte Naturen unter uns setzten die so eingenommene Kohle in Süßigkeiten um, die sich dann einzeln wieder für teuer Geld verscherbeln ließen… 😉

      Viel Spaß beim Ausprobieren!

  3. Hammer! Doppelt entstaubt und DER Klassiker vom Cover meines Dr Oetker Kochbuchs! Danke fürs Mitmachen!!!

    • svanadis

      svanadis

      Danke fürs tolle Thema! 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *