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Gemeinsam ausgelöffelt: Tom Kha Gai

„An gut gedeckten Tischen ist noch nie ein Krieg erklärt, aber schon mancher Friede geschlossen worden.“

Jean Valby (1675 – 1736)

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Wer es klar und deutlich mag, hält sich am besten an diese Aussage, die ich uneingeschränkt unterschreibe: Ja, ich glaube an die Brücken schlagende Kraft von Essen. Und habe gerade eine frische Bestätigung dafür erfahren. Jetzt wird es mal kurz kryptisch. Wer das nicht leiden kann, scrollt am besten direkt weiter zum Rezept.

Also: Wenn jemand, den ich sehr mag und schätze, mit dem ich die gleiche Witzgruppe teile und den ich unbedingt in meinem Leben haben möchte und brauche, eben dies aber schon ein langes Weilchen nicht besonders gut beziehungsweise gar nicht klappt und stattdessen Funkstille herrscht; wenn dieser Jemand also in einer für ihn körperlich und mental absolut anstrengenden Phase bei einer schweren, ermüdenden Arbeit plötzlich von einer Suppe träumt, die er hier bei uns kennen gelernt und bislang nur hier gegessen hat; wenn ich tags darauf beschließe, die Funkstille zu beenden und diese Person anzurufen und zum Essen einzuladen; wenn der spezielle Jemand mir daraufhin von seinem Suppen-Geistesblitz erzählt, ich diese Suppe wiederum einen Tag später koche und wir sie friedlich und fröhlich gemeinsam auslöffeln, bis kein Tropfen übrig ist, dann ist das schlicht ein Traum. Ein wunderbarer und in diesem Fall sehr realer.

Gestern gab es hier also Tom Kha Gai, die legendäre thailändische Hühnersuppe mit Kokosmilch, Zitronengras, Chilis, Galgant und Koriander. Das Rezept dafür ist kein geheimes oder einzigartiges oder von mir auf originelle Art abgewandeltes. Es ist eins, dass so oder sehr ähnlich garantiert in zig Küchen zubereitet wird. Und es ist gut.

Für einen großen Topf voll Suppe braucht ihr:

2 Dosen Kokosmilch
1/4 Liter Hühnerbrühe
1 nicht zu kleines Stück Galgant (ersatzweise Ingwer)
4 – 5 Stängel Zitronengras
5 rote Chili-Schoten
10 Limettenblätter
3 EL Fischsauce
400 g Hühnerbrust
300 g Champignons
1 Handvoll Kirschtomaten
2 Limetten
2 TL Palmzucker
1 Bund Frühlingszwiebeln
1 Bund Koriander

Und das macht ihr:

Galgant schälen und in Scheiben schneiden, die Zitronengras-Stängel dritteln und die Stücke leicht anklopfen. Kokosmilch und Brühe mit dem Galgant, dem Zitronengras, drei Chili-Schoten im Ganzen und den Limettenblättern zum Kochen bringen, die Fischsauce zugeben und das Ganze zehn Minuten köcheln lassen. Derweil die Champignons und die Tomaten je nach Größe halbieren oder vierteln. Die Pilze zur Suppe geben und weitere fünf Minuten köcheln. Die Hühnerbrust in Streifen schneiden, zugeben und ganz kurz in der Suppe gar ziehen lassen. Ganz zum Schluss die Tomaten in die Suppe geben, sie müssen im Grunde nur warm werden. Mit Limettensaft, Zucker und eventuell etwas mehr Fischsauce abschmecken.

Die zwei übrigen Chilischoten entkernen und in feine Streifen, die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden. Den Koriander hacken. Diese Zutaten in Schälchen geben und zusammen mit dem Suppentopf auf den Tisch stellen, so dass jeder sich seine Suppe damit nach Geschmack selbst pimpen kann.

Tom Kha Gai schmeckt immer köstlich. Am besten aber ist sie, wenn man sie sich gemeinsam mit geliebten, (lebens-)wichtigen Menschen schmecken lässt.

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