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Grüne Eier und kein Speck

„I do so like green eggs and ham.
Thank you. Thank you, Sam-I-Am.“
(Dr. Seuss)

Als ich abends auf der Suche nach Inspi für ein schnelles Abendessen im Netz unterwegs bin, stoße ich auf ein Gericht namens Grüne Eier. Grüne Eier! Wie in dem einst so geliebten Kinderbuch „Green eggs and ham“ von Dr. Seuss!

grüne_eier_mit_tomatenreis

In dem 1960 erschienenen Buch geht’s um ein Wesen mit ziemlich hohem Penetranz-Potenzial: Sam-I-Am drängt den Erzähler der durchweg gereimten Geschichte stets und ständig, doch jetzt bitte endlich seine Lieblingsspeise zu probieren, nämlich besagte Grüne Eier mit Speck. Der lehnt das jedoch rundheraus ab, mit den Worten: „I do not like green eggs and ham. I do not like them, Sam-I-Am.“ Aber Sam-I-Am bleibt hartnäckig, versucht es immer wieder, an den unterschiedlichsten Orten und im Beisein aller möglichen Tiere (a mouse in the house, a fox in the box). Schließlich lässt sich der Erzähler überreden, einen Happen zu kosten – und siehe da: „I do so like green eggs and ham. Thank you. Thank you, Sam-I-Am.“ Absoluter Nonsens also – genau wie Kinder ihn lieben.

Das Gericht Grüne Eier, das mir im Netz über den Weg läuft, ist portugiesischer Herkunft. Die Zutaten sind allesamt im Haus (bis auf den Speck, der ja aber auch nur in der amerikanischen Kinderbuch-Vorlage vorkommt), und als Beilage wird Tomatenreis empfohlen – auch dafür ist alles da. Also los!

Für die Grünen Eier werden so viele Eier, wie die Mitesser verspeisen möchten, hart gekocht, abgeschreckt und gepellt. Dann löst ihr vorsichtig mit einem Löffel das Eigelb heraus und gebt es in eine Schüssel, wo ihr es mit der Gabel zerdrückt. Dazu kommen ein ordentlicher Stich Butter, Semmelbrösel, Salz und vor allem – go Green! – viel fein gehackte Petersilie. Das alles wird vermengt und dann wieder in die Eierhälften gefüllt, die somit nun grüne Dotter haben. Ein weiteres Ei wird aufgeschlagen, mit Mehl, Salz und noch mehr gehackter Petersilie zu einem dünnflüssigen Teig vermischt, in den die gefüllten Eier getaucht werden, ehe sie in heißem Öl in der Pfanne auf der Schnittfläche ausgebacken werden. (Da scheint es in Portugal übrigens diverse Varianten zu geben. So habe ich bei der Suche nach Bildern als Vorlage für meine Erstlings-Bastelei auch Fotos gefunden, auf denen die Eihälften komplett paniert und frittiert sind – die sehen auch lecker aus, obwohl dann eben von außen nicht grün.)

Für den Tomatenreis nach portugiesischem Vorbild habe ich eine Zwiebel und eine Knoblauchzehe gehackt, in Öl angeschwitzt und den Reis kurz mit gedünstet, ehe ich stückige Dosen-Tomaten dazugegeben habe. Aufgefüllt habe ich mit Gemüsebrühe, von der ich auch im Verlauf des Garens – der Reis wird dabei immer mal umgerührt – immer wieder nachgegossen habe. Am Ende soll das Reisgericht auf keinen Fall eine trockene Angelegenheit sein, sondern vielmehr eine schlotzige Konsistenz haben.

Mein Fazit: Die Grünen Eier mit Tomatenreis sind nicht der Gipfel aller Genüsse, aber doch ein flottes, alltagstaugliches, durchaus schmackhaftes Gericht. Und, hej: Nach all den Jahren habe ich sie jetzt endlich probiert, die „Green eggs“! Okay, minus the ham. Aber den Speck stelle ich mir einfach vor, und schon kann auch ich einstimmen in die Dankes-Hymne an Sam-I-Am:

„I do so like green eggs and ham.
Thank you. Thank you, Sam-I-Am.“

(Das Buch gibt es unter dem Titel „Grünes Ei mit Speck“ auch in der deutschen Übersetzung von Felicitas Hoppe, die sehr gut sein soll. Ich kenne allerdings nur die englische Fassung.)

Published in Uncategorized

2 Comments

  1. Auf deinen Blog bin ich total durch Zufall gestossen! Und zwar, als ich auf der Suche nach Blogparaden war 😀
    Ich bin hängengeblieben, denn deine Rezepte plus Lektüre sind sehr spannend und machen Lust auf Ausprobieren!
    Das Grüne Eier Rezept kommt demnächst mal auf den Tisch und ich freue mich schon auf weitere Rezepte!
    Btw, ich kenne Dr. Seuss auch nur auf Englisch 😉

    • svanadis

      svanadis

      Hallo Nicole, du kennst Dr. Seuss – wie schön! Nach einigen Reaktionen auf den „Grüne Eier“-Post hatte ich fast schon befürchtet, ich sei die einzige hierzulande, die ihn als Kinderbuchautor kennt und mag. Und schön, dass dir die Rezepte & Geschichten hier gefallen! 🙂

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