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Herzhafter Glücklichmacher: Ramequin mit Alpentilsiter

Alles Käse! Diese verächtliche Bemerkung habe ich noch nie verstanden. Käse ist doch klasse! Einfach köstlich in seiner wunderbaren Vielfalt. Sagt eine, die schon als Kind ein Eckchen Gorgonzola verlässlich einem Stück Schokolade vorgezogen hat. Aber es spricht ja nichts dagegen, den abfälligen Ausruf in einen Freudenschrei umzudeuten, oder? Also: Alles Käse!

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Zorra, die bloggende Schweizerin, die schon ein ganzes Weilchen in Spanien lebt, hat zusammen mit „Schweizer Käse“ zum (vielleicht doch ein winziges bisschen Heimweh-motivierten? 😉 ) Blogevent „Schweizer-Käse-Sehnsucht“ geladen. Die Organisation, die es sich auf die Fahnen geschrieben hat, Genießern die Vielfalt von Schweizer Käse näher zu bringen, hat interessierte Foodblogger nach dem Zufallsprinzip mit Schweizer-Käse-Spezialitäten beglückt, damit diese etwas daraus kochen konnten. Nur schnell genug melden musste man sich, weil die Anzahl der Pakete begrenzt war. Ich kann ja sehr schnell sein, wenn ich will. Und hatte Glück: Ein paar Tage, nachdem ich mein Interesse bekundet hatte, trudelte ein Päckchen mit einem üppigen Stück Alpentilsiter hier ein. So üppig, dass gleich klar war, dass ich ihn auf jeden Fall in mehreren Kombis testen konnte. Sehr schön! Allerdings werde ich die beiden Gerichte, die ich zubereitet habe, auf zwei Posts aufteilen, weil mir die Beiträge sonst zu lang werden.

Auf in die erste Runde, die da überschrieben war mit „Begutachten & Verkosten“. Der Alpentilsiter, der aus dem Thurgau in der Schweiz kommt, hat nur ganz winzige Löcher und sieht somit völlig anders aus als der hierzulande bekannte Tilsiter, der seinen Namen wiederum der Stadt Tilsit im ehemaligen Ostpreußen verdankt. Auch geschmacklich unterscheidet er sich vom Tilsiter. Ich hatte ihn mir viel intensiver vorgestellt – er besitzt aber eine nur milde, mit vielerlei Aromen und zahlreichen Genießer-Zungen kompatible Würzigkeit. Als ich las, dass der Alpentilsiter während seiner vier- bis sechsmonatigen Reifezeit mit Kräutern und Müller Thurgau veredelt wird, war klar, dass ich ihn in einem meiner Gerichte auf jeden Fall mit eben diesem Weißwein kombinieren wollte.

Entschieden habe ich mich – auch dank des halben Baguette, das in unserer Speisekammer seiner Ungenießbarkeit entgegen dorrte – für ein Ramequin. Dieser Auflauf ist die perfekte Resteverwertung für altbackenes Brot und hat sowohl Sattmacher- als auch echte Soulfood-Qualitäten. Und wer hat’s erfunden? Genau … die Schweizer!  🙂  In die karge Ursprungs-Variante gehören nur Brot und Käse, beides wird mit einem Eier-Sahne-Guss überbacken. Ich habe das Grundkonzept ein bisschen ausgebaut – bei mir kommen noch karamellisierte Birnen-Scheiben und Coppa hinzu. Und ein ordentlicher Schuss Müller Thurgau.

Für vier Portionen braucht ihr:

1 halbes Baguette (oder sonstiges altbackenes Weißbrot)
250 g Alpentilsiter
1 Birne
8 dünne Scheiben Coppa
etwas Butter
ein bisschen Zucker
125 ml Müller Thurgau
3 Eier
250 ml Sahne
Salz & Pfeffer

Und das macht ihr:

Das Brot und den Käse in Scheiben schneiden. Die Birne vierteln, entkernen und die Viertel ebenfalls in Scheiben schneiden. Butter in einer Pfanne schmelzen, Birnenscheiben und Zucker hinzugeben, karamellisieren lassen und dann mit der Hälfte des Weißweins ablöschen. Birnen kurz dünsten (ich hatte ein hartes Exemplar erwischt), bis sie weich sind, aber keinesfalls zerfallen. Eine flache Auflaufform mit Butter einfetten und Brot, Käse und Birnen abwechselnd dachziegelartig einschichten. Alle paar Schichten eine Scheibe Coppa dazwischen schmuggeln. Den Rest des Weißweins darüber verteilen. Eier und Sahne miteinander verquirlen, mit Salz und Pfeffer würzen und dann die Eier-Sahne über den Auflauf geben. Brot, Käse & Co. müssen nicht ganz bedeckt sein. Bei 200 °C in den Ofen schieben und für zirka eine halbe Stunde backen, bis der Alpentilsiter mit Brot, Birnen und Schinken zu einem herzhaften Glücklichmacher verschmilzt. Die Spitzen dürfen ruhig ein bisschen braun werden – wenn die Oberfläche allerdings allzu dunkel wird, gegen Ende der Backzeit locker mit Alufolie abdecken. Aus dem Ofen wandert der? das? Ramequin am besten direkt auf den Tisch – mjamm!

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Dies ist mein erster Beitrag zum Event „Schweizer-Käse-Sehnsucht“ in Zorras „Kochtopf“.

Blog-Event CII - Schweizer Käse Sehnsucht (Einsendeschluss 15.10.2014)

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