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Wenn Kürbis und Käse miteinander warm werden

Einkaufen streng nach Liste kann ich nicht. Zumindest nicht bei Lebensmitteln. Okay, und bei Büchern. Immer landet noch irgendwas zusätzlich in Korb oder Wagen, das besonders toll aussieht. Und toll heißt – Spielkind, ich! -: alles, was schön bunt leuchtet.

kuerbis-ziegenfrischkaese-lasagne

Es ist nicht so, dass ich mit dieser Farb-Fixierung immer gut gefahren wäre. Und es ist erst recht nicht so, dass ich aus weniger guten Erfahrungen lernen würde. Zum Beispiel hege ich eine ebenso unselige wie unerschütterliche Liebe zu Rosé-Weinen. Herrlich funkeln sie im Glas – und werden auf der Zunge allzu häufig zur fade-farblosen Enttäuschung.

Dass wir uns im Herbst alle paar Wochen wieder im Besitz eines Kürbisses befinden, ist ebenfalls einzig und allein dessen optischen Qualitäten geschuldet. Die Früchte lachen mich einfach an in ihrem warm leuchtenden Orange. Dabei mag ich Kürbis nicht sehr überzeugt. Schon gar nicht in seiner aktuell wieder einmal aufdringlichsten Darreichungsform als Suppe. Da liegt er also in der Speisekammer, der schöne Hokkaido. Liegt und liegt. Und muss irgendwann wirklich ganz dringend verkocht werden. Ein Schicksal, das er an diesem Tag mit dem Ziegenfrischkäse im Kühlschrank teilt. Könnte das der Beginn einer wunderbaren Freundschaft zwischen Lasagne-Blättern sein? Unbedingt.

Also würfele ich den Kürbis, dünste ihn zusammen mit einer ebenfalls gewürfelten Zwiebel in Öl an und lasse beides mit ein bisschen Rohrzucker leicht karamellisieren. Dann lösche ich mit einem Schuss Weißwein ab, gebe Gemüsefond dazu, bringe das Ganze zum Kochen und lasse es köcheln, bis der Kürbis gar ist. Ich würze mit Salz, Pfeffer, Muskat und Kreuzkümmel, und dann kann es auch schon ans Schichten gehen. Zuunterst in die Auflaufform kommt eine Schicht Kürbis, darauf eine Lage Lasagne-Platten, dann wieder Kürbis, darauf gekrümelter Ziegenfrischkäse. Lasagne – Kürbis – Käse, und so weiter, bis alle Zutaten aufgebraucht sind. Obenauf gebe ich ein paar gehackte Rosmarinnadeln und etwas Gouda zum Überbacken. Nach einer guten halben Stunde im Ofen ist die Lasagne fertig.

Mit „Rumfort“-Rezepten ist das ja oft so eine Sache. Entweder sind sie nicht der ganz große Wurf und darum nicht unbedingt wiederholungswürdig. Und wenn dann doch mal ein wirklich köstliches Gericht entstanden ist, kriegt man es nie wieder auf die gleiche Weise hin, weil man sich beim „Aus-der-Lameng“-Kochen“  😉  Mengen, Garzeiten & Co. nicht genau gemerkt hat. Die Kürbis-Ziegenfrischkäse-Lasagne ist eine echte Ausnahme: so lecker und so „straight forward“ , dass wir sie nach der improvisierten Premiere direkt ins Repertoire aufgenommen haben.

Und weil so sonnige Farben (denkt nur an Leo Lionnis „Frederick“, der hat sie sogar als Winter-Vorrat gesammelt!) und Pasta aus dem Ofen eindeutig Seelenfutter sind, das einen in der kalten Jahreszeit wärmt, ist dies ein Beitrag für Sabines „Seelenfutter“-Blogevent.


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2 Comments

  1. Hmm, da sind nicht nur die Farben toll! Ich bekomme jetzt wirklich Hunger … Hast Du denn für diese Lasagne vorgekochte Nudelplatten genommen? Ich stelle mir vor, dass für die ohne Vorkochen nicht genug Flüssigkeit im Gericht ist, oder? Schöner Teller übrigens!

    • svanadis

      svanadis

      Huch, du bist ja schneller als die Feuerwehr! 😀 Und was die Lasagne-Platten angeht: Ich hab‘ es schon mit beiden Varianten gemacht. Mit vorgekochten Platten wird es einen Hauch geschmeidiger, aber es funktioniert problemlos auch mit den nicht vorgekochten. Der Flüssigkeits-Grad des Kürbis-„Ragouts“ lässt sich ja recht flexibel gestalten… 🙂

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