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Leipziger Allerlei: Ein Teller voll Frühling

Premiere! Im Oktober habe ich mit dem Bloggen begonnen, für’s erste war also Indoor-Blogging angesagt. Dies ist nun der erste Post, den ich draußen  verfasse, an einem lauen Spätfrühlings-, gefühlt einem Frühsommer-Abend, auf der Terrasse. Was könnte da besser passen als ein Teller, gefüllt mit all den Herrlichkeiten, die Garten und Felder um diese Jahreszeit zu bieten haben?

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Über das Leipziger Allerlei bin ich in Stevan Pauls grandiosem Kochbuch „Deutschland Vegetarisch“ gestolpert: ein Gericht, das mir so noch nicht untergekommen war. Klar, auch ich kenne die unsägliche Gemüsemix-Dosenware von Schulfahrten oder aus der Kantine. Aber so als eigenständiges Gericht, dazu mit den herrlich fluffigen Butterklößchen, war mir Leipziger Allerlei bis dato nicht begegnet. Beim samstäglichen Gang über den Wochenmarkt mit seinen frühlingshaft üppig bestückten Ständen kamen sie mir wieder in den Sinn, Stevans einleitende Worte zu dem raffinierten Gericht, das „den kulinarischen Reichtum einer frühsommerlichen Landpartie feiert“. Alles war da, was ich für ein solches Festessen brauchte – okay, fast alles. Morcheln habe ich leider nicht bekommen, noch nicht einmal später im Supermarkt die getrocknete Variante. Das ist wirklich schade, weil ich glaube, dass sie dem Allerlei noch mal einen geschmacklichen Extra-Kick geben. Ich hoffe mal auf nächste Woche, dann wird das einfach noch mal gekocht – und derweil begnügen wir uns mit kleinen braunen Champignons. Los geht’s!

Für die Sauce verrührt ihr 80 g weiche Butter mit 30 g Mehl. Ihr kocht 350 ml Gemüsebrühe mit 200 ml Sahne auf, rührt den Butter-Mehl-Mix hinein und lasst das Ganze zwei Minuten köcheln. Mit Salz, Pfeffer und einem Schuss Weißwein schmeckt ihr die Sauce ab.

Für das Gemüse krölt ihr 500 g Erbsen aus ihren Schoten (ergeben sollte das um die 150 g Erbsen), ihr putzt 300 g Blumenkohl und teilt ihn in Röschen, ihr schält 12 kleine Möhren und 12 nicht zu dicke Stangen Spargel. Dann kocht ihr Wasser mit Salz und Zucker auf und gebt zunächst den Spargel hinein, fügt nach drei Minuten Möhren und Blumenkohl sowie nach neun Minuten die Erbsen hinzu. Nach insgesamt rund zwölf Minuten ist das Gemüse fertig.

Die Champignons bratet ihr in Butter an, bis sie ringsum schön gebräunt sind.

Für die Butterklößchen hackt ihr 350 g frisches Weißbrot und weicht es in 150 g Milch ein. Ihr schlagt zwei Eiweiß steif und verrührt die beiden Eidotter mit 50 g weicher Butter. Letzteres mischt ihr mit dem Weißbrot, hebt dann den Eischnee unter und schmeckt schließlich die Masse mit Salz und Muskat ab. Den Teig stellt ihr ein Weilchen kalt, dann formt ihr ihn zu kleinen Klößchen, die ihr in Salzwasser etwa acht Minuten sieden lasst.

Für die Blätterteig-Ecken lasst ihr vier Scheiben TK-Blätterteig auftauen, schneidet die Quadrate zu Dreiecken und bepinselt sie mit einer Mischung aus 1 Eigelb und 1 EL Sahne. Ihr legt sie auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech und backt sie im vorgeheizten Ofen bei 200 °C etwa zehn Minuten, bis sie schön aufgegangen und goldbraun sind.

Zum Anrichten schneidet ihr die Blätterteig-Ecken längs auf, legt den Boden auf den Teller, verteilt Gemüse und Sauce darauf, setzt den Deckel auf, verteilt ein paar Klößchen drum herum und bestreut das Ganze mit gezupften Kerbelblättchen – et voilà!

Das Leipziger Allerlei ist alles andere als schwierig zu kochen. Wichtig ist nur, die Zubereitung der einzelnen Bestandteile so zu timen, dass alle halbwegs gleichzeitig fertig sind. Einfache Regel: Das Gericht lebt durch und durch von der Qualität seiner Grundzutaten. Je besser und frischer das Gemüse, desto feiner das Allerlei. Fein, frühlingshaft, festlich und fvegetarisch!

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2 Comments

  1. Tolles Foto von einem tollen Gericht. Ich habe tatsächlich noch getrocknete Morcheln in der Schublade – ob ich mal …? Die Outdoor-Blogging-Saison habe ich auch schon eingeläutet, allerdings auf dem Balkon. So darf es jetzt für Monate bleiben.

    • svanadis

      svanadis

      Ja, unbedingt!!! 🙂

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