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Star auf der High-Tea-Tafel: Lemon-Lavender Drizzle Cake

„…and thanks for all the fish!“ Soll ich euch was sagen? Fisch hängt mir langsam zum Halse raus. Morgens, mittags, abends dünste ich derzeit Fischfilets. Und so gern ich ihn mag: Jetzt war es höchste Zeit, dem permanenten Fisch-Dunst den Duft eines frisch gebackenen Kuchens entgegen zu setzen.

lavender_lemon_drizzle_cake
Der viele Fisch ist dem rekonvaleszenten Kater Heinrich geschuldet. Die Wunden, die er sich mit seinen verbliebenen Zähnen in die Lefzen hackt, heilen langsam; Blutzucker messen und Insulin spritzen, um seinen Diabetes in den Griff zu bekommen, geht ihm und uns immer besser von der Hand. Aber Zahn-OP und Diabetes-Diagnose haben anscheinend Heinrichs Geschmackssinn umgekrempelt. Fraß er bislang am liebsten rohes Hähnchenfleisch, hat er sich jetzt auf gegarte Fischfilets kapriziert. Also dünste ich ihm mehrmals täglich Rotbarsch- oder Seelachsfilets in Butter, denn am liebsten nimmt Heinrich seinen Fisch noch lauwarm, in mundgerechte Häppchen zerzupft und mit der geschmolzenen Butter nappiert…  😉  Hej, aber Hauptsache: Der Kater frisst wieder!

Jetzt aber zum Kontrastprogramm Kuchen, der auch gleichzeitig ein Beitrag zu meiner losen Folge zur englischen Küche ist. Ha – viel mehr als das! Er hat das Zeug zum Star auf der High-Tea-Tafel! So fein, frisch und köstlich-saftig, wie sein Name klingt, schmeckt er auch. Sprecht ihn doch mal langsam und genussvoll vor euch hin: Lemon-Lavender Drizzle Cake. Und noch mal: Drizzle. Drizzle, Drizzle, Drizzle. Hach, ich mag dieses Wort, bei dem schon der Klang sanft trieft und träufelt. Zumindest, wenn es um einen Kuchen geht. Als Beschreibung für die Wetterlage – nieseln, feiner Sprühregen – mag ich’s nicht ganz so gern.

Dies ist übrigens – Premiere! – der erste süße Kuchen hier auf Schlecktüre. Nach eineinviertel Jahren Bloggerei. Wenn ihr darüber hinaus einen weiteren schlagenden Beweis dafür braucht, dass ich es mit dem Süßen und dem Backen nicht so habe, schaut euch das Foto oben an. Das zeigt im Detail, was mir zur erfolgreichen Bäckerin fehlt: die drei Großen G. Gründlichkeit, Genauigkeit, Geduld. Hätte ich gründlich gelesen, dass im Rezept steht, man solle den Kuchen abkühlen lassen, ehe man den Guss darauf verteilt, und hätte ich mich genau an diese Anweisung gehalten und geduldig abgewartet, dann wären jetzt auf dem Bild malerische weiße Zuckerguss-Streifen zu sehen, die sich als ordentliches Muster die Kuchenränder herab ziehen. Das Rinnsal-Chaos da oben beweist hingegen, dass ich die drei Großen G schändlich ignoriert habe. Shame on me! Ganz köstlich war er trotzdem, der Lemon-Lavender Drizzzzzzzle Cake.

lavender_lemon_drizzle_cake_anschnitt
Ich habe ihn für uns zwei in einer 8 Zentimeter hohen Auflaufform mit 14 Zentimeter Durchmesser gebacken. Dafür passte die Teigmenge perfekt. Das Rezept stammt aus dem Buch „London – Kosmopolitische Esskultur und Lebensart“ aus dem Christian Verlag. Ich habe allerdings etwas Backpulver extra dazu gegeben – aus der Erfahrung heraus, dass englische Rezept-Autoren in der Regel davon ausgehen, dass „self-raising flour“ verwendet wird und diese Info bei der Übersetzung der Rezepte häufig verloren geht.

Das braucht ihr:

Lavendelblüten – 8 frische Zweige oder (ich) 2 TL getrocknete Blüten
140 g feiner Zucker
125 g Butter
1 – 2 unbehandelte Zitronen
1 Prise Salz
2 große Eier
30 g Mehl
2 TL Backpulver
85 g gemahlene Mandeln
50 ml Zitronensaft
100 g Puderzucker
Saft einer halben Zitrone bzw. nach Bedarf

Und das macht ihr:

Den Backofen auf 180 °C vorheizen. Die Kuchenform einfetten. Lavendelblüten hacken und zusammen mit Zucker, der geschmolzenen Butter, der abgeriebenen Schale einer Zitrone und dem Salz schaumig rühren. Mehl mit dem Backpulver mischen, dann abwechselnd Eier und Mehl zu der vorhandenen Teigmasse geben und ordentlich untermischen. Schließlich Mandeln und Zitronensaft unterrühren.

Den Teig in die Form füllen und zehn Minuten auf 180°C backen. Dann den Ofen auf 165 °C herunter schalten und weitere 50 – 60 Minuten backen. Mit einem Holzstäbchen prüfen, ob der Kuchen fertig ist. Kuchen aus dem Ofen holen, kurz ruhen lassen und dann aus der Form lösen.

Jetzt kommt der Punkt, den ihr beachten solltet, wenn euch an einem hübschen, ordentlichen Zuckerguss-Muster gelegen ist: ABKÜHLEN LASSEN!  😀

Unterdessen den Puderzucker in eine Schüssel geben und – Löffel für Löffel – den Zitronensaft untermischen, bis die Masse dick, aber streichfähig ist. Den Guss auf dem Kuchen verteilen und dabei darauf achten, dass er über den Rand läuft und dort malerische weiße Rinnsale bildet. Den Guss in zirka einer Stunde fest werden lassen und mit Lavendelblüten und/oder -zweigen dekorieren.

Tee kochen nicht vergessen! Kaffee schmeckt aber auch prima dazu.

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2 Comments

  1. Herrjeh, weiterhin gute Besserung für den Kater, Ihr päppelt ihn ja ordenlich.
    Und ich nehme dann gerne ein Stück Kuchen 🙂

    • Barbara Luetgebrune

      Barbara Luetgebrune

      Au ja, bitte lang zu! 🙂 Und: Na klar, gehört halt zur Familie, das Katertier… Danke für die guten Wünsche!

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