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Linseneintopf für Eichhörnchentage

Ich erkenne ihn sofort. „Du schon wieder“, seufze ich, als er seine unverwechselbare Triefnase um die Hausecke steckt, „hattet ihr euch nicht gerade erst vom Acker gemacht, du und dein Kollege Winter?“ Es ist einer dieser Tage, an dem der Weg in die spärlich bestückte Speisekammer zigmal verlockender scheint als jener durch Regen und Wind in den bestens sortierten Markt. Ein Eichhörnchentag. Der erste des anrückenden Herbstes.

linseneintopf
Also gehe ich auf Schatzsuche in der Speisekammer. Schätze, aus denen sich jederzeit etwas Leckeres zaubern lässt, sind dort überhaupt erst zu heben, seit ich mein Faible für getrocknete Hülsenfrüchte entdeckt habe. Zwei, drei Jahre mag das her sein. Seither gilt: Wenn ich weiße oder die hübschen, rötlich gesprenkelten Borlotti-Bohnen sehe, wenn mir beim Einkaufen rote oder braune Linsen in den Blick geraten, dann werd‘ ich zum Eichhörnchen.

Diesmal geht mein Griff zuerst zielsicher zu den feinen Berglinsen – und beim nächsten, der in die Gemüsekiste führt, eiskalt ins Leere. Kein Stückchen Sellerie, nicht mal ein paar verschrumpelte Möhren finden sich dort. Aber Zwiebeln, Knoblauch und Kartoffeln sind da. Es muss so gehen. Wird es! Da bin ich mir sicher, als ich im Kühlschrank ein Eckchen Speck und die eiserne Krakauer-Reserve (zwei Stück) des Liebsten entdecke. Und an Wein fehlt es hier im Haus ja zum Glück nie. Das Projekt Linseneintopf läuft. Linseneintopf mit einem ordentlichen Schuss Rotwein, so wie ich ihn in Norddeutschland kennen gelernt habe.

Dafür braucht ihr:

250 g Berglinsen
1 Stückchen Speck
1 Stich Butter
2 große Zwiebeln
4 Kartoffeln
(für alle, die nicht gerade aus dem Vorrat kochen: 1 Bund Suppengemüse schadet nicht  😉 )
700 ml Gemüsefond
400 ml Rotwein
1 Lorbeerblatt
1 große Knoblauchzehe
2 Gewürznelken
2 Krakauer
3 TL Zucker
3 EL Rotweinessig
Salz & Pfeffer

Und das macht ihr:

Die Linsen in kaltem Wasser einweichen – am besten über Nacht, aber wenn ihr kurzentschlossener seid in eurer Essensplanung, tun es auch drei Stündchen. Den Speck würfeln und ausbraten, dabei immer mal umrühren. Die Butter und die fein gewürfelten Zwiebeln zugeben und dünsten, bis sie glasig sind. Die abgegossenen und abgespülten Linsen in den Topf geben und mit 300 Milliliter Rotwein sowie dem Gemüsefond auffüllen. Die Knoblauchzehe mit den Nelken spicken und zusammen mit dem Lorbeerblatt zugeben. Die Suppe ein Viertelstündchen köcheln lassen, ehe die geschälten und ebenfalls gewürfelten Kartoffeln dazu kommen. Weitere zehn Minuten köcheln und dann für die letzten fünf Minuten die in Scheiben geschnittenen Krakauer hineingeben.

Jetzt ist es auch Zeit, den Zucker in einem Pfännchen karamellisieren zu lassen und mit dem Rotweinessig sowie dem restlichen Rotwein abzulöschen. Wenn der Linseneintopf fertig ist, wird er mit dieser Zucker-Essig-Rotweinflüssigkeit sowie mit Salz und Pfeffer gewürzt.

Was soll ich sagen? Eichhörnchen sind schlaue Viecher und der Herbst schmeckt gar nicht so scheußlich. Ziemlich gut sogar, um ehrlich zu sein. Aber die Triefnase, die kann er behalten!

Der Linseneintopf ist ein Beitrag zum Dauer-Event „Schatzsuche im Vorratsschrank“, das Susanne von Magentratzerl ins Leben gerufen hat.

Schatzsuche im Vorratsschrank – Dauerevent

Published in Uncategorized

4 Comments

  1. Hmm, Linseneintopf – ja, genau das Richtige für den Herbst! Bei mir liegen auch haufenweise Hülsenfrüchte im Vorratsschrank herum, weil ich die auch so toll finde. Tatsächlich verbraucht werden aber in der Regel nur die Linsen, denn das mit dem Einweichen am Vorabend kollidiert im Normalfall mit meiner küchentechnischen Planlosigkeit.

    • Barbara Luetgebrune

      Barbara Luetgebrune

      Liebe Sabine, du treue Kommentatoren-Seele! Mir geht das ähnlich mit der Langzeit-Planung, darum sind Linsen auch in meinem Fall die bevorzugte Wahl. Speziell im Moment muss ich total auf kurze Planungs-, Vorbereitungs- und Kochzeiten achten – das „Real Life“ und der Job haben mich gerade voll im Griff, und für Küche & Blog bleibt wenig Muße…

  2. Oh….das ist genau die Art Eintopf, die ich liebe. Und was für ein Zufall, ich habe alles da. Es lebe das Eichhörnchen-Dasein.

    • Barbara Luetgebrune

      Barbara Luetgebrune

      Na, dann: Eichhörnchen-Tag!!! Gutes Gelingen – und: Eintopf rulez…! 🙂

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