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Markklößchen: Aus der Sonntagssuppe gen Asien

Er wünscht sich „alles, was rund ist“: der Wolfgang. Ich bin mal so frei und ergänze: Lecker soll es auch sein. Dafür bin ich ganz entschieden!

Rund und lecker: ein Traum-Thema – unendlich viele Variationen. Die grandiosen Basilikum-Gorgonzola-Knödel nach Tanja Grandits könnten gut passen. Oder schön scharfe Kichererbsenbällchen. Oder auch Albondigas in toller Tomatensauce. Fällt mir aber alles erst im zweiten Anlauf ein. Im ersten drohen – ausgerechnet! – Kartoffelklöße mit Trockenobst in der Mitte: ein Graus-Gericht aus Kindertagen. Aber auf jeden Fall schickt diese Erinnerung die Fantasie auf Zeitreise ins Gestern. Und zum Glück kullert da auch etwas Köstlich-Rundes ins Blickfeld und bahnt sich seinen Weg ins Heute: Markklößchen! So wie meine Omas sie rollten, für die Sonntagssuppe. Klein, kompakt, ein auf den ersten Biss beglückendes Erlebnis. Die soll es geben zum „Schlecktüre“-Start. Der perfekte Retro-Einstieg ins Bloggen.

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Gelingsicher sind sie, die kleinen Kugeln. Für 24 Klößchen brauchst du Markknochen vom Rind, die 80 Gramm Mark hergeben, das du dann ganz gemütlich bei sanfter Temperatur auslässt. Anschließend lässt du es abkühlen, bis sich auf der Flüssigkeit der erste Hauch jener weißen Schicht bildet, die andeutet, das sie gleich wieder fest werden will. Jetzt rührst du das Mark schaumig, gibst 100 Gramm Semmelbrösel hinzu, zwei Eier, zwei Esslöffel gehackte Petersilie und vermischst alles gut miteinander. Gewürzt wird mit Pfeffer, Salz und ordentlich Muskat.

Zumindest in der klassischen Variante. Aber mir ist nach Crossover-Küche, also bekommen meine Markklößchen ein asiatisches „Geschmäckle“. Statt Petersilie gebe ich gehackten Koriander in die Mischung und würze außer mit Salz, Pfeffer und Muskat auch noch mit Kreuzkümmel, Kardamom und gemahlenem Koriander.

Dann geht’s klassisch weiter: Kleine Bällchen rollen, und ab in den Kühlschrank damit. Dort sollten sie mindestens eine Stunde bleiben – können aber auch gern über Nacht ruhen.

Zeit, die Suppe anzusetzen, ohne die sich kein Markklößchen der Welt rundum geborgen fühlt. Die Markknochen hast du sowieso, dazu kommt zum Beispiel eine Rinderbeinscheibe. Und all die anderen Geschmacksbringer, die dein Hausrezept für die perfekte Rindfleischsuppe vorsehen. Damit sich unsere Asia-Markklößchen am Ende in der Suppe wohl fühlen, kommen neben den üblichen Verdächtigen aber auf jeden Fall Ingwer, Szechuan-Pfefferkörner und Chili-Schoten in den Ansatz. Etwa eine Stunde vor Ende der Garzeit machen sich außerdem ein paar Zitronengrasstengel, ein bisschen Sternanis und zwei bis drei Nelken gut im Sud. Verfeinert wird mit Reiswein, gewürzt mit heller Sojasauce und Salz nach Bedarf, die Einlagen dürfen ganz nach Gusto gewählt werden. Nur die Hauptdarsteller sind gesetzt: die Markklößchen. Die ziehen ganz sachte in der simmernden Suppe gar – wenn sie nach wenigen Minuten an die Oberfläche steigen, sind sie fertig.

Ob du die Suppe aus der klassischen Suppentasse oder aus dem Asia-Schälchen löffelst – köstlich ist sie auf jeden Fall: Fusion-Food vom Feinsten.

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Die Markklößchen sind ein Beitrag zum „Alles, was rund ist“-Blogevent, das Wolfgang, dessen Kochkunst und wunderschöne Tellerbilder ich bewundere, bei Zorra ausrichtet. Und noch etwas bewundere ich: Der Wolfgang liest sich immer so tiefenentspannt. Ich bin mir ja sicher: Der flucht bestimmt nie, wenn ihm in der Küche mal was schief geht…  🙂

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17 Comments

  1. Ich wünsche dir viel Spaß beim Bloggen – auf dass du niemals davon los kommst. 🙂 So geht es uns allen wohl… tolles Rezept übrigens – i like! Facebook Box zum liken fehlt noch. 🙂

    Liebe Grüße aus Köln,
    Dirk @ gourmet-blog.de

    • svanadis

      svanadis

      Merci, Dirk! Den Spaß werde ich haben – ganz sicher. Und ’ne FB-, G+- und Twitter-Box ist oben in jedem Beitrag. Wahrscheinlich hattest du den nicht extra angeklickt.

  2. Schöner Artikel, schönes Rezept – und wann gibt’s das für die Linsenbällchen auf dem Foto oben?! Die sehen auch toll aus. Ich bin jedenfalls gespannt, was hier demnächst noch so alles erscheinen wird. Viel Spaß mit dem neuen Blog! (Sagt eine, die jetzt nur so tut, als gehörte sie zu den alten Hasen, hihi. 😉

    • svanadis

      svanadis

      Danke auch dir, Sabine! Im Gegensatz zu mir bist du ja wohl voll der alte Hase – schöner Blog übrigens! 🙂 Und eigentlich hast du Recht: Das Rezept vom Header-Bild gehört gebloggt. Kommt also die Tage. Schöne Grüße!

  3. Hallo Barbara-Herzlichen Glückwunsch!
    Schöner Name und schon gleich das erste Rezept ist eine passende Ouvertüre. Freue mich auf weitere Rezepte und Geschichten. Ich verbleibe mit kulinarischem Gruß Petra

    • svanadis

      svanadis

      Danke sehr, Petra!

  4. Also so gefühlt ist das ja der aller-aller-erste Kommentar 🙂

    Schön, dass Du da bist und ich wünsche Dir ganz viel Spaß und Erfolg mit Deinem neuen Blog.

    • svanadis

      svanadis

      Die Erste im Herzen. Sowieso und überhaupt. 🙂

  5. Hallo Barbara,
    da freu ich mich für dich. Hast einen guten Schritt getan! Ich freue mich auf die zukünftige Lektüre, und wenn es ab und an auch mal nicht wegen des Themas sein sollte.
    Du liest dich halt gut…
    Und wenn keine Zeit zum Kochen ist, lässt sich so schön davon träumen.
    Du wirst viel Freude damit haben – ich spreche aus Erfahrung.
    Liebe Grüße aus Franken:

    Klaus Beermann

    • svanadis

      svanadis

      Freude klingt gut – vielen Dank, Klaus! Und btw: Wo bloggst du denn?

  6. Liebe Barbara,
    vielen Dank für diesen Beitrag, erstmal für den Klassiker, aber auch für die asiatische Variante. Die Klößchen schauen jedenfalls perfekt aus, und ich denke so schmecken die auch.
    Dein Lob freut mich natürlich, aber tiefenentspannt bin ich beim kochen überhaupt nicht, im Gegenteil ich stehe unter Strom bis in die (wenigen) Haarspitzen.

    • svanadis

      svanadis

      Dankeschön, lieber Wolfgang, freut mich, dass dir die Klößchen gefallen! Und ich geb‘ mir dann jetzt mal verschärft Mühe, mir dich beim Kochen unter Hochspannung vorzustellen – leicht wird das nicht!!! 🙂

  7. Tom

    Tom

    Gratuliere ! Die Premiere und der Blogname ist vielversprechend ! …freu mich drauf und natürlich auf das Süppchen, welches bei mir in die Kategorie Leibspeise gehört.

    • svanadis

      svanadis

      Dankeschön! Neuer Tag = Leibspeise. Ist notiert! :))

    • svanadis

      svanadis

      Merci, liebe Liz!

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