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Mein Jahresrückblick 2015

Ich mag auch mal so einen Jahresrückblick-Fragebogen ausfüllen! Et voilà – die ungeschönte Wahrheit über mein Jahr 2015.

das_leben

Haare länger oder kürzer?

Ein bisschen länger. Ich lasse sie nicht mehr ganz so kurz schneiden, seit ich festgestellt habe, dass das trotz meines Locken-Wildwuchses gut geht und gut aussieht, wenn ich den Scheitel nur ein My anders ziehe als in den vergangenen drölfzig Jahren. Für manche Erkenntnisse braucht es halt ein bisschen länger… 😉

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Kurzsichtiger! Leider… Eine Zeitlang habe ich mich noch vor effizienteren Maßnahmen gedrückt, indem ich fürs Lesen auf den Kindle umgestiegen bin, auf dem ich mir die Schriftgröße nach Bedarf anpassen kann. Aber gar keine „echten“ Bücher mehr zu lesen – von denen ich dankenswerter Weise nach wie vor viele geschenkt bekomme und noch mehr heiß geliebte Exemplare in den Regalen stehen habe -, kann ja auch nicht die Lösung sein. Außerdem will ich das Kleingedruckte lesen können – das brauche ich für meine kritische Grundhaltung, die ist mir wichtig. Also habe ich seit ein paar Monaten eine Lesebrille. Auch wenn ich sie sehr ungern trage. Und sie jedes Mal schnell ins Haar schiebe, wenn jemand mich dabei erwischt …

Leichter oder schwerer?

Leichter! Dank des 5:2-Fastens, das ich im Januar für mich entdeckt habe. Bis zum Sommer hatte ich ziemlich mühelos mehr als 13 Kilo verloren – von denen ich mir in der zweiten Jahreshälfte, in der ich das Prinzip nicht mehr soooo konsequent durchgezogen habe, ein paar wieder draufgeschafft habe. Die Leichtigkeit des Seins fühlte sich aber so gut an (und tut sie noch), dass ich übermorgen, am Montag, wieder einsteigen werde. Word!

Die teuerste Anschaffung?

Der Zaun, der jetzt unser komplettes Grundstück umgibt, um unseren diabeteskranken Kater Heinrich am Räubern an fremden Katzentellern zu hindern. Und ich hätte es niemalsnicht gedacht – ich mag ja Zäune nicht sehr überzeugt -, aber dieser Zaun ist ein SEGEN. Das kann ich definitiv sagen, nachdem wir fünf Monate lang mit besagtem Kater nur an der Leine raus gegangen sind. Glaubt mir: Das ist kein pures Vergnügen – an keinem Ende der Leine. Dicht gefolgt wurde die Investition in den Zaun, was ihre Höhe angeht, übrigens von Heinrichs zehntägigem Klinikaufenthalt im Frühjahr, als sein Leben ernsthaft auf der Kippe stand.

Der hirnrissigste Plan?

Pulkweise Sonnenblumen im Haus vorzuziehen, sie zu hüten, zu hegen und zu pflegen, um sie im April ins Freiland umzusiedeln – und fest zu glauben, es würden genug die Gier der Schnecken überleben, um eine kleine Laube aus Sonnenblumen zu gestalten. Die eine, die es geschafft hat, fiel dann dem Juli-Unwetter zum Opfer.

Das leckerste Essen?

Hach, das waren viele. Ich habe zwar weniger Gerichte verbloggt, aber wir kochen nach wie vor viel selbst. Zu den köstlichsten Eigenproduktionen, die mir aus 2015 im Gedächtnis bleiben werden, zählen der Dauerbrenner Boeuf Bourguignon nach Julia Child, das Zitronen-Kardamom-Hähnchen Sous Vide aus unserem „Flotter Dreier“-Menü, aber auch so einfache Genüsse wie die Tomaten mit Ziegenkäse und Rauchmandeln nach Stevan Paul, eine Soupe Parmentier mit Roquefort-Butter (entdeckt bei Wolfgang) oder selbst gemachte Pizza – eine Wieder-Entdeckung im Sommer. Ein Sterne-Menü haben wir uns dieses Jahr nicht gegönnt – um unseren Hochzeitstag herum, an dem wir das sonst gern machen, waren wir zu intensiv mit dem schwer kranken Kater beschäftigt. Aber natürlich haben wir eifrig unsere paar Lieblingsrestaurants hier in der Nähe frequentiert. Unschlagbar gut und gern immer wieder: die Moules-frites im „Kleinen Schröder“.

Das beeindruckendste Buch?

Hmmmm, dürfen’s auch ein paar mehr sein?

1. Alina Bronsky, „Baba Dunjas letzte Liebe“
2.  Bov Bjerg, „Auerhaus“
3. Dörte Hansen, „Altes Land“
4. Robert C. Sherriff, „Septemberglück“ (gefunden beim Herrn Buddenbohm, der immer wieder feine Lese-Vorschläge auf Lager hat)
5. Jessica Keener, „Schwimmen in der Nacht“ (entdeckt beim Kinderdoc, bei dem ich ebenfalls immer wieder Tipps für Bücher finde, die das Zeug zur Lieblings-Lektüre haben)

Der beeindruckendste Film?

Ich habe nicht viele Filme gesehen im vergangenen Jahr. Im Gedächtnis geblieben ist aber auf jeden Fall „Mr. Turner – Meister des Lichts“. Schon wegen des abfälligen Grunzens, das über weite Strecken die einzige verbale (?) Äußerung von Mr. Turner ist. Und das der Liebste so herrlich nachmachen kann.

Vorherrschendes Gefühl 2015?

Das einer Achterbahnfahrt. Es gab viele traurige, bange, sorgenvolle Momente, aber auch ganz wunderbare Erfahrungen.

2015 zum ersten Mal getan?

– Bei einem Kater Blutzucker gemessen und ihn gespritzt.
– Gelernt, mit Tieren zu kommunizieren, und das geübt. Klingt abgefahren, ist aber eine fantastische Erfahrung.
– Von einem guten Freund Abschied genommen und fürs Blatt den Nachruf auf ihn geschrieben. Muss ich nicht wieder haben.

2015 nach langer Zeit wieder getan?

– Ein (wunderschönes!) Tauf-Fest gefeiert. Danke, A., für die spontane Einladung.
– Tomaten angebaut – und kiloweise geerntet (dass die Sorte leider nicht schmeckte, war der winzige Nachteil an der Angelegenheit)
– Antibiotika genommen. Ich bin doch eigentlich nie krank, Menno. 2015 hat es mich aber gleich dreimal erwischt.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

„Der Kater frisst wieder selbst, die Magensonde kann raus.“ (Dass der Kater daraufhin zu Hause das eigenständige Fressen umgehend wieder einstellte, lag keineswegs an einer geschönten Darstellung meinerseits, sondern an einem viel zu fest gewickelten Verband, der ihm die Kehle zuschnürte. Danke an den Liebsten, der das zum Glück gemerkt hat.)

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

„Das Kind ist da.“ (Das war an Heiligabend und kam, obwohl nicht unerwartet, in dem Moment doch ziemlich überraschend. Woraufhin sich die ganze Familie um ein iPad scharte, um das kleine Weihnachtswunder zu bestaunen. Ja, klingt ein bisschen kryptisch. Aber genauer wird’s hier nicht – sorry.)

Die schönste Zeit verbracht mit …?

Dem Liebsten. Und den vielen tollen Menschen in meinem Leben.

2015 war mit einem Wort …?

Durchwachsen.

Die Downsides des Jahres haben sich auch auf meinen 2015 ziemlich niedrigen Blog-Output ausgewirkt. Wird wieder anders – versprochen.

Published in Uncategorized

2 Comments

  1. uwe voehl

    uwe voehl

    Ein interessanter Jahresrückblick, in dem du uns Einblick in dein Leben gewährst. Und für mich Anlass, selbst nachzugrübeln am Ende eines alten und Anfang einen neuen Jahres. Bisher habe ich mich davor gedrückt, wahrscheinlich, weil auch bei mir das Negative überwog (zumindest in der Erinnerung und vom Gefühl her). Aber eines haben wir auf jeden Fall gemeinsam: Ich habe mir vor einigen Wochen ebenfalls die erste Lesebrille (Fielmann) meines Lebens angeschafft, weil ich es leid war, bei schummrigerem Licht keine kleingedruckten Speisekarten mehr Lesen zu können!
    Von der 5:2-Diät habe ich noch nie gehört, klingt aber gut.
    Ich wünsche dir alles Glück in 2016 und mindestens ein Sterneessen!

    • Barbara Luetgebrune

      Barbara Luetgebrune

      Ha! Die Speisekarten im schummrigen Restaurant-Licht gehören zu den sieben Grausamkeiten für Kurzsichtige! Bei mir hat die Brille da allerdings bisher noch nicht geholfen … weil ich sie in der Öffentlichkeit noch nicht trage. 😉 Mal schauen, vielleicht finde ich ja irgendwann in diesem Jahr zu der inneren Größe, die ich dafür brauche. Und 5:2 ist super. Kochen und essen spielt ja nach wie vor eine große Rolle in meinem Leben, und komplett zu verzichten auf irgendwas Leckeres, das würde ich keine Woche aushalten. So kann ich mir immer sagen: Ist ja nur heute, morgen darfste wieder. Das funktioniert vom Kopf her ganz gut. Danke für deine guten Wünsche – und auch dir nur das Beste für 2016!

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