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Moussaka-Hommage an den zweiten Feiertag

Ganz ehrlich: Ohne den zweiten Feiertag möchte ich Weihnachten nicht mal geschenkt haben. Wenn sich, wie in diesem Jahr, noch direkt ein Wochenende anschließt an die Feierei, ist das ein Extra-Goodie. Aber der zweite Feiertag ist ein Muss.

moussaka
In Höchstgeschwindigkeit biegen die Teilnehmer der Festgesellschaft um die letzte Adventskurve und kommen mit Vollbremsung und quietschenden Reifen an Heiligabend zum Stehen. Mehr oder weniger. Letzte Einkäufe wollen getätigt, die Geschenke eingepackt, diverse Gemüse fürs Abendessen blanchiert werden. Schnell noch unter die Dusche. Aber jetzt! Jetzt ist Weihnachten! Und dann treffen zwei U-6-Menschen, zwei Ü-80-Menschen und eine Handvoll wild gemischter Charaktere quer durch die dazwischen liegenden Altersklassen aufeinander, die es nicht oder nicht mehr gewohnt sind, ständig zusammen zu leben. Ein Hütehund mit Temperament bis in jede Fellspitze wuselt durchs Bild, den die vielen ungewohnten Zweibeiner in seinem Revier ganz rappelig machen. Verfechter des gemeinsamen Weihnachtslieder-Singens zum handgemachten Klavierspiel treffen auf notorische Brummbässe und Stimmverweigerer. Hyperventilierende Kinder im Geschenkerausch, gestresste Köche am fremden Herd beim Finishen der Gänge fürs festliche Dinner, Kirchgang, Musizier- und Gesangseinsätze einzelner Mitfeiernder, die koordiniert sein wollen … ich vermute, inzwischen ist deutlich geworden, dass der Heiligabend hierzulande kein durch und durch besinnlicher Tag ist.

Es dauert ein Weilchen – mindestens bis zum Abend des ersten Feiertages, sicherer aber ist es, noch eine weitere Nacht drüber zu schlafen -, bis sich die Aufregung allmählich gelegt hat. Bis alle sich auf relaxte Feiertagsstimmung und aufeinander eingegrooved haben. Und dann, am gepriesenen zweiten Feiertag, kann endlich Weihnachten werden. Wenn es dazu abends noch absolut mehrheitsfähiges Soulfood gibt aus dem niemand ungeliebte Granatapfelkerne oder angebllich eklige Pilze herausfriemeln muss, ist die Weihnachtswattewolke endlich so tragfähig, dass sich alle ganz gefahrlos und entspannt zurückfallen lassen können: Merry Moussaka Christmas! Und bis in zwölf Monaten – gern wieder ganz genauso und in gleicher Besetzung. Eh klar, oder?

Für eine große Auflaufform Moussaka braucht ihr:

750 g Kartoffeln
2 mittelgroße Auberginen
Öl zum Anbraten
2 Zwiebeln
500 g Rinderhack
3 Knoblauchzehen
500 ml passierte Tomaten
1,5 TL Zimt
1,5 TL Kreuzkümmel
50 g Butter
1,5 EL Mehl
1/2 l Milch
125 g Gouda
Salz & Pfeffer

Und das macht ihr:

Kartoffeln schälen und in Scheiben schneiden, Auberginen ebenfalls in Scheiben schneiden. Kartoffeln und Auberginen portionsweise in Öl anbraten, dann auf Küchenkrepp abtropfen lassen.

Zwiebeln und Knoblauch schälen und würfeln. Die Zwiebeln in Öl glasig dünsten, Hackfleisch dazugeben und anbraten, schließlich den Knoblauch kurz mitbraten. Mit den passierten Tomaten ablöschen und zirka zehn Minuten köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel und Zimt abschmecken.

Gouda reiben. Die Butter in einem Topf schmelzen, das Mehl zugeben und unter Rühren anschwitzen. Nach und nach die Milch zugeben, so dass eine sämige Béchamelsauce entsteht, zum Kochen bringen und kurz köcheln lassen. Etwa die Hälfte des Käses in die Sauce rühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Den Ofen auf 200 °C vorheizen, und dann geht’s auch schon ans Schichten. Zunächst kommt die Hälfte der Kartoffel- und Auberginenscheiben in die Auflaufform, darüber ein bisschen von der weißen Sauce. Das Tomaten-Hackfleisch in die Form geben, darauf wieder etwas Sauce verteilen. Mit den restlichen Kartoffeln und Auberginen bedecken und mit der übrigen Sauce begießen. Die Moussaka in den Ofen schieben und etwa 40 Minuten backen. Nach der Hälfte der Garzeit den restlichen Gouda über die Moussaka geben – die Käseschicht soll am Ende schön goldbraun sein.

Sich den Bauch mit der köstlich duftenden und dampfenden Moussaka voll zu schlagen, macht definitiv glücklich. Und weil diese mit der Béchamel, dem Tomaten-Hack, den Kartoffeln und dem Gouda ohnehin schon kein Leichtgewicht ist und Auberginen außerdem beim Braten grundsätzlich mehr Öl aufsaugen, als man eigentlich veranschlagt hatte, darf die Moussaka als köstliche Kalorienbombe bei Zorras Blogevent „Rezepte für die Rubens-Figur“ mitspielen.

Blog-Event CIV - Rezepte fuer die Figur

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4 Comments

  1. Moussaka habe ich noch nie selbst gemacht. Wird ja mal Zeit. Herrlich, wie du deine amüsante Weihnachtsgeschichte in diesem feinen Klassiker münden lassen hast.

    • Barbara Luetgebrune

      Barbara Luetgebrune

      Merci. Pobier’s mal aus – lohnt sich! 🙂

  2. Toll! Einer der weniger Blogs mit toller Schreibe und das auch noch rund ums Thema Kochen!
    Eine echte Seltenheit 🙂
    Interessierst du dich auch fürs ResienDann schau gerne mal bei mir vorbei 🙂
    http://www.commeamus.de
    Liebe Grüße Simone

    • Barbara Luetgebrune

      Barbara Luetgebrune

      Merci! Und schon bei euch gespinxt: Ihr kommt sehr sympathisch rüber!

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