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Perfekter Moment

carpe_diem

Es gibt wohl keinen Moment, dem mehr Möglichkeiten innewohnen als dem Sonntagmorgen. Zu spät darf es nicht sein. Frisch und unverbraucht soll er sich anfühlen, der Tag. Es schadet keineswegs, wenn die Luft noch kühl ist, das Zittern silbrig-grüner Birkenblätter vorm tiefblauen Himmel aber schon von flirrender Hochsommer-Hitze erzählt. Wenn ein Sonnenstrahl das rot-goldene Laub im weißen Morgendunst aufblitzen lässt und Hoffnung macht auf einen strahlenden Herbsttag. Wenn du durchs Fenster auf die Schneedecke blickst, in der kleine Tatzenstapfen eine Spur ins Ungewisse legen. Wenn der Regen strömt und gegen die Scheibe prasselt und alles leuchten lässt, was innen ist. Kaffeeduft hilft unbedingt. Und Kirchenglocken, die ihn feierlich einläuten, diesen Tag, der allein dir gehört. Die große Freiheit – die das Wissen um ihre Endlichkeit schwer und süß und lebensprall macht. Ein Augenblick nur. Sonntagmorgen ist der Moment, in dem alles möglich erscheint. Der perfekte „Carpe Diem“-Moment.

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