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Polenta im Pilzglück

Zwei Gemüsesorten gibt es, an denen ich auf dem Markt selten vorbei komme, ohne dass ein paar Exemplare davon in meinem Korb landen. Das sind zum einen Tomaten – speziell wenn sie in so unterschiedlichen Formen, Farben und Größen daherkommen, wie das an einem Stand auf unserem Wochenmarkt der Fall ist. Und das sind im Herbst die Pilze.

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Schrumpelige Pfifferlinge in ihrem warmen Orange-Braun, schlanke Kräuterseitlinge, dickfleischige Shiitake-Pilze, die kompakten Champignons natürlich sowieso – und mit ein bisschen Glück auch die majestätitschen Steinpilze: Das ist die Auswahl, die hier um diese Jahreszeit ziemlich verlässlich zu haben ist. Die Qualität kann von Anbieter zu Anbieter arg unterschiedlich ausfallen, und so ereilte uns das Pilzglück diesmal erst an Stand Nummer drei. Aber dann! Herrliche Kräuterseitlinge lagen dort, ganz frisch. Ein paar Champignons dazu – gekauft!

Ich mag Pilze auch deshalb so gern, weil sie absolut unkompliziert sind und auf dem Teller mit vielen Partnern prima klar kommen. Vegetarisch sollte es diesmal sein. Tagliatelle? Risotto? Semmelknödel? Hmmm. Polenta!

Polenta mit Kräutern und Pilzen hat bei uns schon lange einen festen Platz im herbstlichen Lieblingsspeisen-Repertoire. Und so war ich, als mich vor etwa zwei Jahren der Ottolenghi-Hype einholte, ganz überrascht, als ich in seinem Buch „Genussvoll vegetarisch“ ein Rezept entdeckte, das unserer Variante verblüffend nahe kommt. Und so sind wir zwar generell bei unserer tradierten Zubereitungsart geblieben, eine Sache haben wir uns aber doch von Ottolenghi abgeguckt: die Polenta nicht einfach zu den Pilzen zu servieren, sondern sie auf ein Blech zu streichen, die Pilze zusammen mit Taleggio darauf zu geben und kurz unter den Grill zu schieben. Und zwar nicht einfach mit irgendeinem Käse, sondern tatsächlich mit Taleggio! Wir haben mit verschiedenen Käsesorten experimentiert, aber glaubt mir: Der Taleggio passt ideal zur Polenta und den Pilzen.

Und das macht ihr: Aus etwa 125 g Maisgrieß (wenn es flott gehen muss, klappt das auch gut mit Instant-Polenta) und Gemüsebrühe bzw. -fond eine Polenta zubereiten, so dass sie eine weiche, streichfähige Konsistenz hat. 500 ml Flüssigkeit sind ein guter Ausgangspunkt, dann lässt sich immer noch Fond oder Brühe nachgießen, bis einem die Konsistenz gefällt. Wenn die Polenta fertig ist, kommen ein Stich Butter, etwas gehobelter Parmesan und eine Handvoll Kräuter hinein, dann wird sie mit Salz und Pfeffer gewürzt. An Kräutern nehme ich, was gerade zur Hand ist. Diesmal waren es Petersilie und Schnittlauch, Kerbel und Estragon. Dann wird der Brei auf einem Blech oder einer ofenfesten Platte ausgestrichen.

Die Kräuterseitlinge und Champignons (darf natürlich auch gern ein Gemisch aus diversen Pilzsorten sein) werden in einer Mischung aus Butter und Olivenöl gebraten, gegen Ende der Garzeit kommen noch ein bisschen gehackter Knoblauch und ein paar Thymianblättchen dazu. Und Salz & Pfeffer natürlich. Die Taleggio-Würfel auf der Polenta verteilen und kurz unter den Grill schieben, bis der Käse Blasen wirft. Dann die Pilze darauf geben und noch mal für ein paar Minuten unter den Grill schieben.

Tolle Alltagsküche mit Suchtfaktor. Lasst es euch schmecken!

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2 Comments

  1. Das klingt ganz fantastisch. Ich bin noch nie auf die Idee gekommen, Polenta wie Pizza zu belegen, aber es klingt genial!
    Werde das bei nächster Gelegenheit mal austesten.
    Liebe Grüße
    Ilka

    • svanadis

      svanadis

      Liebe Ilka, mach das! Es schmeckt so fantastisch, wie es klingt. 🙂

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