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Und in der Kantine eine Portion Fernweh gratis

„Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“, fragt Frau Brüllen wie an jedem Fünften eines Monats. Und ich klinke mich mal wieder ein ins kollektive Tagebuch-Bloggen.

fuenf_september_kaffee
Der Tag beginnt gegen halb acht, wie immer, mit Katzen knuddeln und Kaffee kochen. Aaaaber – große Neuerung – Kami-Katze Charlotte holt NICHT die Tapete von der Wand. Zumindest zurzeit nicht. Sie hat nämlich vor kurzem mal wieder ihren Schlafplatz gewechselt. Nach Stationen (die sie jeweils für ein paar Monate oder gar Jahre zu ihrem „Revier erster Ordnung“ erkoren hatte) auf den Kissen vor dem Wohnzimmerfenster, dem roten Einsitzer, dem blauen Sofa, dem Ledersessel im Medienzimmer und dem Rattan-Schaukelstuhl im Schlafzimmer nächtigt sie nun wieder dort, wo sie als ganz kleines Kätzchen schon gern lag: bei uns im Bett. Und fühlt sich da offenbar so wohl, dass ihr vorübergehend sowohl die Lust aufs unchristlich frühe Wecken als auch die auf den Tapeten-Kratz-Dienst vergangen ist. Zeichen und Wunder, sag‘ ich nur, Zeichen und Wunder.

Mein Arbeitstag startet heute um 10 mit einer Pressekonferenz zur Vorstellung eines neuen Regional-Krimis. Auf dem Weg zum Auto begegne ich den Nachbarn, die einmal mehr meinen späten Arbeitsbeginn diskutieren wollen: „Um die Zeit war ich immer schon vier Stunden zugange!“ Jaja, aber sicher auch allerspätestens um halb vier nachmittags wieder zu Hause. Da liegt der Feierabend für mich noch in weiter Ferne.

In der Kantine gibt’s mittags eine große Portion Fernweh gratis. „Spiekerooger Fischragout“ steht auf dem Speiseplan – das weckt die Sehnsucht nach der Lieblingsinsel. Wenngleich wohl jeder Spiekerooger entschieden bestritten hätte, mit diesem Ragout irgendetwas zu tun zu haben…

Nachmittags: Schreiben, redigieren, Zeitung machen. Und mich daran freuen, dass mir das alles leicht von der Hand geht. Noch. Denn heute ist der letzte offizielle Arbeitstag mit dem alten Redaktionssystem (ich darf allerdings Sonntag noch mal ran), ab Montag arbeiten wir mit einem ganz neuen System, die Redaktionsstruktur wird mal wieder umgekrempelt, auch der Workflow ändert sich komplett. In den vergangenen drei Wochen haben wir allesamt entsprechende Schulungen durchlaufen, trotzdem wird es, so sagt die Erfahrung, ein Weilchen dauern, bis das alles reibungslos funktioniert. Hach, und ab nächster Woche arbeiten wir dann mit den Windows-Rechnern, die schon drohend an den Kanten unserer Schreibtische lauern. Hab‘ ich nie, mag ich nicht, will ich nicht. Der Abschied von meinem geliebten Mac am Sonntagabend, ich ahne es, wird sich emotional gestalten…

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Zu Hause kochen wir uns eine schnelle Pasta. Der Liebste übernimmt die Spaghetti, ich dünste Schalotte, Sellerie und Tomaten an, bastele eine Sauce dazu, ein bisschen Schinken gibt’s extra, Parmesan drüber, fertig, lecker. Und das Wetter ist so schön, dass wir sogar auf der Terrasse essen können. Das hatten wir in den vergangenen, novemberlichen August-Wochen für dieses Jahr schon fast abgeschrieben.

Und hier, auf der Terrasse, sitzen wir immer noch. Surfend, lesend, bloggend, zwei Katzen um uns herum, die dritte auf der Pirsch. Schönen Rest-Abend für alle!

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