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Was ich so mache den ganzen Tag

WMDEDGT – was machst du eigentlich den ganzen Tag? Das fragt Frau Brüllen ihre Blogger-Kollegen an jedem 5. des Monats. Und weil ich selbst so gern durch’s Schlüsselloch in anderer Leute leben spähe, mache ich heute auch mal mit.

5.27 Uhr: Kami-Katze Charlotte holt neben meinem Bett die Tapete von der Wand. Tiger, welche Hunger haben, sollte man niemals warten lassen. Der Tag beginnt mit Geflügelleber.

6.07 Uhr: Nach nochmaligem Zwischenstopp im Bett steht jetzt Kaffee auf der Agenda. Ich probiere mich derzeit durchs Sortiment der hiesigen Kaffeerösterei. Der Äthiopische Sidamo kann was. Die beiden Spezial-Ghostwriter-Projekte, zu denen ich später in der Redaktion nicht kommen werde, laufen wie geschmiert. Bis zum Frühstückstoast steht auch unsere Einsatzplanung für das große Straßentheater-Festival, das am Pfingstwochenende in Detmold über die Bühne gehen wird.

8.55 Uhr: Boxenstopp im Bad. Aus Rache die Katzen knuddeln, die – so wie ich um 6 – jetzt gern schlafen würden. Speziell Heinrich und Hermine aka „Die Geschwister Fürchterlich“ scheinen eine aufreibende Nachtschicht hinter sich zu haben und pelzen sich jetzt in den Kissen.

10.07: Sieben Minuten zu spät im Landestheater eingetrudelt, weil der Möbellieferant der Nachbarn meine Garagenausfahrt versperrt hatte. Im Theater wollen letzte Details für die Verleihung des Theaterpreises, den unser Blatt mit initiiert hat, am kommenden Dienstag geklärt werden. Wer besorgt die Blumen, wer die Magnum Champagner, wer darf wann wie lange reden –  und wie, vor allem, kriegen wir es hin, mit der Nummer halbwegs in einem Zeitplan zu bleiben, der die Fertigstellung der Sonderseite zum Thema für den folgenden Tag nicht torpediert?

10.55 Uhr: Den Straßenverkehr behindert. Der Plausch am Wegesrand mit der zufällig getroffenen Frau Mama macht’s erforderlich. Abbruch der familiären Plauderei, als sich Hupkonzert und gestikulierende Autofahrer nicht länger ignorieren lassen.

11.04 Uhr: Redaktion. Straßentheater-Festival-Berichterstattung planen, Theaterpreis-Sonderseite besprechen, Übergabe vorbereiten für meinen Urlaub ab nächstem Mittwoch: lauter Baustellen, gefühlte drölfzig Anrufe, dazwischen schreiben und redigieren für die Tagesproduktion. Mittagessen mit den Kollegen: Linsensuppe in der Kantine. Inbox leeren, Schlagzeilen schreiben. Themen für die übernächste Ausgabe mailen. Kaffee holen. Wochenendtermine planen. Freien Kollegen briefen. Der Tag bleibt wuselig bis zum abendlichen Korrekturlesen. Ach, der Online-Teaser fehlt noch. Rechner runterfahren. Telefon umstellen. Und tschüss bis morgen.

19.12 Uhr: Drei Katzen sitzen an der Haustür und empfangen mich schnurrend und in Kuschelstimmung – NICHT! Stattdessen schreien sie nach Leckerlis und machen sich dann vom Acker. Kollegen in Schach halten, nehme ich an. So fremdkatzenfrei, wie unser Garten ist, hege ich den starken Verdacht, dass unsere drei der Schrecken der kätzischen Nachbarschaft sind. Auch gut, können wir in Ruhe zu Abend essen. Brot, Aufschnitt, Avocados. Falsch: Brot, Aufschnitt, Avocado – die zweite hat ihre besten Tage schon hinter sich. Aufräumen, Waschmaschine anstellen: Wenn das am Wochenende so heiß wird, brauche ich dringend die T-Shirts, die irgendwo ganz unten im Wäschesack dümpeln.

20.30 Uhr: Gartenrunde drehen. Noch lässt die angekündigte Hitze auf sich warten. Für den abendlichen Wein auf der Terrasse ist es zu kalt. Muss halt nachher das Sofa herhalten. Pinot Noir Blanc auf dem blauen Sofa: Das sind doch mal farben-frohe Aussichten. Aber erst für gleich. Vorher muss ich hier noch schnell updaten. Und telefonieren. Und Wäsche aufhängen. Und die Katze füttern, dringend. Charlotte ist von der Pirsch zurück und gibt gerade höchst talentiert das Schauspiel von der verhungernden Katze. Seelachs & Karotte for Dinner.

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