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Wenn Wodka rot sieht: Birnen, Ziegenkäse und Rote Bete

Haben die Agenturen eigentlich schon vermeldet, dass in Deutschland der Liter-Preis für Wodka angezogen hat? Wundern würd’s mich nicht bei der aktuellen Nachfrage. Die halbe Foodblogger-Szene verkocht zurzeit den hochprozentigen Stoff. Ich auch. Und Schuld ist Claudia von Dinnerumacht. Sie hat die Devise ausgegeben: „Wir kochen mit Wodka!“

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Ihr Blogevent veranstaltet sie zusammen mit der Frankfurter Buchmesse. Ehrengast ist diesmal Finnland, und die Finnen pflegen ja eine enge Liaison mit dem Wodka. „Wenn eine kranke Person weder durch Wodka noch durch die Sauna geheilt werden kann, wird sie sterben“, heißt es in einem alten finnischen Sprichwort. Es soll sogar Finnen geben, die in der Sauna Wodka trinken – sicher ist sicher…

Dem Wodka als potenziellem Heilmittel stehen alarmierende Zahlen gegenüber. Ich lese von zahlreichen Alkoholtoten in Finnland, von einer hohen Quote an Gewalt gegen Frauen, speziell an häuslicher Gewalt. Forscher von HEUNI – einem Europäischen Institut für Verbrechensverhütung und -bekämpfung in Finnland – führen diese unter anderem auf den (männlichen) Alkohol-Konsum zurück. Und auf die verbreiteten Depressionen. An denen wiederum die lange finnische Winter-Finsternis nicht schuldlos sein dürfte. „Die ewige Dunkelheit ist schwer für die Seele“, lässt schon Regisseur Peter Lichtenfeld die finnische Protagonistin in seinem 1996 entstandenen Film „Zugvögel … Einmal nach Inari“ konstatieren.

Vor diesem Hintergrund freuen wir uns über unseren derzeitigen Spätsommer und nippen heute nur mal kurz am Wodka – den Rest verkochen wir lieber. Ihn mit Fisch zu kombinieren, war meine erste Idee. Das haben aber schon ganz viele Blogger-Kollegen getan – vermutlich, weil es so gut passt.  😉  Ich wollte dennoch etwas anderes machen. Und habe in Richtung Russland weiter gedacht, der anderen Nation von Wodka-Freunden. Rote Bete kam mir in den Sinn, unentbehrliche Zutat für den russischen Borschtsch. Den erdigen Geschmack einer Rote-Bete-Sauce mit einem Schuss Wodka wollte ich mit Süße und Schärfe, einer Spur Säure und Salz kombinieren. Und eine handfeste Grundlage würde sich angesichts des Wodkas in der Sauce auch nicht schlecht machen, befand ich. So entstand die Idee von Blätterteigtörtchen mit einer Birnen-Füllung, abgeschmeckt mit einem Hauch Piment d’Espelette, mit Ziegenkäse überbacken. Ein paar geröstete Pistazien bringen den Crunch.

Für vier Törtchen braucht ihr:

1 mittelgroße Knolle Rote Bete, vorgekocht
1 Schalotte
2 TL geriebenen Ingwer
1 TL Zucker
200 ml Gemüsefond
50 ml Orangensaft
Salz & Pfeffer
2 EL Wodka
Öl

1 Birne
1 Schalotte
1 Stich Butter
1 Schuss Birnensaft
etwas Zitronensaft
Salz & Pfeffer
Piment d’Espelette

4 Scheiben Blätterteig
etwas Mehl zum Ausrollen
etwas Butter zum Ausfetten der Formen

etwas Ziegenfrischkäse
1 Handvoll Pistazien

Und das macht ihr:

Schalotte fein hacken , die Rote Bete würfeln, den Ingwer schälen und reiben. Schalotte in Öl andünsten, Rote Beete, Ingwer und Zucker dazugeben und kurz mitdünsten. Mit Gemüsefond und Orangensaft ablöschen. Köcheln lassen, bis die Rote Beete ganz weich sind, dann pürieren und durch ein Sieb passieren. Den Wodka hinzugeben und mit Salz und Pfeffer, gegebenenfalls auch noch mit etwas Zucker abschmecken.

Den Ofen auf 190 °C vorheizen.

Die Schalotte fein hacken, die Birne schälen, entkernen und würfeln. Schalotte in Butter andünsten, die Birnenwürfel hinzugeben, kurz mitdünsten und dann mit dem Birnensaft ablöschen. Köcheln lassen, bis die Birnen weich sind. Mit Salz und Pfeffer, einem Schuss Zitronensaft und einem Hauch Piment d’Espelette pikant abschmecken.

Die Blätterteig-Quadrate zu Rechtecken ausrollen, diese halbieren und versetzt übereinander in die gefetteten Formen legen – ich habe eine Muffinform genommen. Mit der Birnenmischung füllen und in den vorgeheizten Ofen schieben. Wenn der Blätterteig beginnt, goldbraun zu werden – bei mir war das nach etwa 20 Minuten der Fall -, den zerkrümelten Ziegenfrischkäse auf die Törtchen geben und für weitere fünf Minuten im Ofen lassen.

Die Törtchen mit der Sauce anrichten und mit den in einer separaten Pfanne ohne Öl angerösteten Pistazien bestreuen.

Dies ist mein Beitrag zum Blog-Event „Kochen mit Wodka“, zu dem Claudia von Dinnerumacht eingeladen hat. Ich hoffe, er gefällt dir, Claudia!

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4 Comments

  1. Liebe Barbara, das ist ein wirklich ganz entzückendes Törtchen und dieses Sprichwort ist Weltklasse!
    Toll, dass du (außer Konkurrenz) dabei bist.
    liebe Grüße
    Claudia

    • Barbara Luetgebrune

      Barbara Luetgebrune

      Merci, liebe Claudia! Und noch viel Erfolg und vor allem viele köstliche Beiträge für dein schönes Event!

  2. Eben habe ich deinen Blog bei Claudia entdeckt und bin begeistert – über die gelungenen Rezepte, die schönen Fotos und deine Art zu schreiben. Ab jetzt werde ich hier öfter vorbeischauen.

    • Barbara Luetgebrune

      Barbara Luetgebrune

      Oooooh, mit so einem tollen Kompliment startet der Tag doch ganz herovrragend! Dankeschön – freut mich, dass es dir gefällt! 🙂

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