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Wie aromaschwache Tomaten zu astreinem Ketchup werden

Auf meinen grünen Daumen kann ich mir nichts einbilden, denn der ist schlicht nicht existent. Meine Tomaten dieses Jahr, die sind allerdings echte Kracher: kräftige, üppige Pflanzen, und sie tragen wie verrückt. Dafür geht den Früchten jeglicher Eigengeschmack ab. Irgendwas ist ja immer.

tomaten_ketchup

Arg säurelastig sind die Tomaten außerdem. Ich hätt’s ja gar nicht gemerkt, aber als ich neulich eine Pastasauce daraus gekocht habe, hat die dem Liebsten mit seinem empfindlichen Magen zwar prima geschmeckt, aber hinterher mit beißender Penetranz zu schaffen gemacht.

  1. Anmerkung: Ich hätte die Säure nicht bemerkt, weil ich einen Magen „wie ein Bettelmannsranzen“ habe. Sagte meine Omama Mariechen immer: Ihre eingängige Illustration der Tatsache, dass ich in meinen Magen jede Menge Zeug komplett durcheinander hineinwerfen kann, ohne dass er das im Geringsten übel nimmt. So ist das nämlich.
  2. Anmerkung: So sauer wie der Magen auf die Sauce reagierte mein Blog zunächst auf das neue Layout – wie gefällt’s euch, by the way? Alles weiß, alles weg, Albtraum! Aber zum Glück besitzt Peggy die Superkraft, böse Blogger-Träume zu vertreiben. Meine Webservice-Heldin. Merci!

Also: Dem Liebsten zuliebe wird aus den Tomaten keine Pastasauce. Sie pur zu vernaschen, ist mangels Aroma auch keine Option. Daher habe ich jetzt mal die Ernte der vergangenen paar Tage (immerhin 1,5 Kilo) zu Ketchup verarbeitet, denn aromaschwache Tomaten haben sehr wohl das Zeug zu astreinem Ketchup. Gefunden habe ich dieses Rezept schon vor ein paar Jahren in einer Zeitschrift – und bin fortan dabei geblieben. Der Ketchup schmeckt wirklich gut, Säure, Schärfe, Frucht und Würze halten sich prima die Waage, und total simpel zu machen ist er außerdem.

Das braucht ihr:

1,5 Kilo Tomaten
250 g Zwiebeln
150 ml Weißweinessig
75 g Zucker
1,5 TL mildes Paprikapulver
1,5 TL Salz
1,5 TL Tabasco
schwarzer Pfeffer, grob zerstoßen, nach Geschmack
Muskatnuss, frisch gerieben, nach Geschmack
3 Nelken

Und das macht ihr:

Tomaten häuten, Stielansätze entfernen, grob würfeln. Zwiebeln ebenfalls würfeln. Beides zusammen mit Essig, Zucker, Paprika, Salz, Tabasco, Pfeffer und Muskat in einen hohen (Achtung: Später wird püriert!) Topf geben und zum Kochen bringen. Ein Säckchen mit den Nelken dazugeben und alles 20 bis 30 Minuten köcheln lassen. Nelken-Säckchen herausfischen, den Rest mit dem Stabmixer pürieren. Die so entstandene Sauce so lange einkochen lassen, bis der Ketchup die gewünschte Konsistenz hat. Gegebenenfalls noch mal abschmecken (ist aber meiner Erfahrung nach nicht nötig), noch heiß in Gläser füllen und diese sofort verschließen.

Der Ketchup sollte vier Wochen Vorratsschrank- oder Speisekammer-Ruhe genießen, bevor er verwendet wird. Angebrochene Gläser halten sich problemlos ein paar Wochen im Kühlschrank. Die Menge oben hat bei mir zwei 350-Gramm-Gläser und ein Mini-Ex-Forellenkavier-Gläschen voll Ketchup ergeben.

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6 Comments

  1. Man muss manche Früchtchen eben nehmen wie sie sind. Dass man sie bei der Zubereitung etwas «überlistet», ist durchaus legitim!
    Zu Deinem neuen Layout:
    Dunkelgrau besitzt natürlich stets eine gewisse Eleganz!
    Allerdings bleibt die Tatsache, dass die Lesefreundlichkeit bei negativer Schrift (hell auf dunkel) abnimmt.
    Mit besten Grüssen,
    FEL!X

    • Barbara Luetgebrune

      Barbara Luetgebrune

      Lieber Felix, vielen Dank für deine Rückmeldung – ich antworte dir darauf noch mal ausführlicher per Mail. Aber nicht mehr heute Abend. Jetzt muss ich nämlich erst mal noch ein paar Job-Altlasten abtragen und ein, zwei gut abgehangene Geschichten schreiben… 😉 Herzliche Grüße!

  2. Saskia

    Saskia

    Tja, man kann nicht immer gewinnen. Und du hast immerhin noch schmackhaften Ketchup daraus gewonnen! Um das ich dich sehr beneide, mein Garten ist leider zu schattig für Tomaten.

    Liebe Grüße
    Saskia

    • Barbara Luetgebrune

      Barbara Luetgebrune

      Schön, von dir zu lesen, liebe Saskia! Und: Ja, ich hätte mir ein paar aromatische Tomaten zum Vernaschen gewünscht. Andererseits: Ein feiner Ketchup, der richtig lecker schmeckt und bei dem du weißt, was drin ist, ist auch was Gutes. Insofern: alles bestens. Bloggst du eigentlich noch? Ich glaube nicht, oder? Ich meine nämlich, ich hätte mir deine Garten-Geschichten in den Reader gepackt… 🙂

      • Saskia

        Saskia

        Nein, ich blogge nicht mehr. Damals hatte ich einen uralten Laptop und zusammen mit einer sehr langsamen Internetleitung hat jeder Blogpost wirklich Stunden gebraucht. Mittlerweile ist zwar der Laptop erneuert und seit diesem Jahr die Leitung ganz schnell, aber die Blogpause zu lang um wieder anzufangen. Da lese ich doch lieber in anderer Leuten Blogs und dein Rezept fürs Ketchup habe ich vorhin meiner Mama durchgegeben, die ihre restlichen Tomaten von den Sträuchern noch verarbeiten möchte!

      • Barbara Luetgebrune

        Barbara Luetgebrune

        Dann hoffe ich mal, dass deiner Mama (und vielleicht ja auch dir, wenn du Gelegenheit zum Probieren bekommst) das/der (?) Ketchup schmeckt! Habe aber bislang lauter positive Rückmeldungen darauf bekommen. Insofern: Die Chancen stehen nicht schlecht. 🙂 Liebe Grüße!

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