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Wie ein Fischgericht Vegetarier zum Niederknien bringt

Es gibt Trillionen dieser Tests und Spiele, in denen es darum geht, den Außenseiter zu finden. Das Wort, das nicht in die Reihe; das Bild, das nicht in die Komposition passt. Dieses Tellerbild hier ist so ein Test. Für Anfänger der blutigeren Sorte. Also, finde den Fehler: Was ist hier überflüssig?

forelle_pfifferlingsgulasch_quarkknödel
Exakt, der Fisch! Er fügt sich optisch nicht gut ins Bild ein, weil mir die Haut nicht so braun und knusprig geraten ist, wie ich mir das gewünscht hatte. Und ich hätte ihn auch geschmacklich nicht gebraucht. Dabei gehört der Saibling, der in diesem Fall eine Forelle ist, durchaus zum Original-Rezept aus dem „Sitzwohl“-Kochbuch. Ich fand die Zusammenstellung allerdings nicht überzeugend. Die zweite Portion, die nur aus Quarkknödeln und Pfifferlingen in Paprikasauce (im Original: „Eierschwammerlgulasch und Topfenknöderl“) bestand, hat mir deutlich besser geschmeckt – diese Komponenten sind zusammen wirklich stimmig. In der „Den Fisch schenk‘ ich mir“-Variante wird die Kombi zu einem sehr feinen vegetarischen Gang. Und den will ich mal rasch verbloggen, ehe es aus saisonaler Sicht komplett indiskutabel ist, noch ein Pfifferlingsgericht zu präsentieren. Auf geht’s.

Das braucht ihr für vier Personen:

3 Schalotten
2 Knoblauchzehen
2 Chilischoten
1 rote Paprika
Olivenöl
1 TL süßes Paprikapulver
1 TL geräuchertes Paprikapulver
1 EL Tomatenmark
130 ml Weißwein
300 ml Gemüsefond
1 TL Kreuzkümmel
Salz
2 EL Balsamico
100 ml Sahne
600 g Pfifferlinge

30 g Butter
1 Ei
250 g Quark
125 g Mehl
Salz

100 g Butter
100 g Semmelbrösel
Salz & Pfeffer

Und das macht ihr:

Für den Knödelteig die zimmerwarme Butter und das Ei mit etwas Salz schaumig rühren. Quark und Mehl untermischen und den Teig zwei Stunden kalt stellen

Für die Sauce Schalotten und Knoblauch fein würfeln, die Paprika ebenfalls in Würfel und die Chilischoten in feine Ringe schneiden. Schalotten, Knoblauch und Paprika im heißen Olivenöl andünsten, beide Sorten Paprikapulver dazugeben und kurz mitrösten. Tomatenmark dazugeben, alles mit Wein ablöschen und mit dem Gemüsefond aufgießen. Mit Chilis und Kreuzkümmel würzen, dann die Sauce zum Kochen bringen und zirka 30 Minuten sachte köcheln lassen. Mit Salz und Balsamico kräftig abschmecken, die Sahne zugeben und noch einmal kurz aufkochen. Die Sauce mixen, durch ein Sieb passieren und anschließend warm halten.

Salzwasser zum Kochen bringen. Den Quarkteig zu kleinen Klößchen formen und diese in zirka zehn Minuten im sanft siedenden Wasser gar ziehen lassen.

Die Butter schmelzen, die Semmelbrösel dazugeben und hellbraun rösten – dabei immer mal rühren. Mit Salz und Pfeffer würzen. Die gegarten Knödel mit einer Schöpfkelle aus dem Wasser heben, abtropfen lassen und in der Pfanne mit den Bröseln schwenken.

Die geputzten Pfifferlinge in Öl anbraten. Vorsichtig salzen, dann die Paprikasauce hinzugeben und alles gut vermischen.

Wer mag, brät pro Mit-Esser noch rasch ein Saiblings- oder wie in meinem Fall ein Forellen-Filet dazu. Aber wie schon die Kochbuch-Autorinnen Irmgard Sitzwohl und Elisabeth Geisler zu dem Rezept notieren: „Das Gulasch schmeckt auch vegetarisch zum Niederknien gut.“ Stimmt!

Weitere Rezepte aus dem von mir sehr geliebten „Sitzwohl“-Kochbuch findet ihr übrigens hier und hier und hier.

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4 Comments

  1. Was für fotogene Pfifferlinge Du hast! Die Kombination von Pfifferling und Paprika merke ich mir – die kann ich mir gut vorstellen. Danke für das Rezept!

    • Barbara Luetgebrune

      Barbara Luetgebrune

      Naja, irgendwas muss ja auf dem Bild gut aussehen, wenn es der Fisch schon nicht tut! 😉 Und Pfifferlinge und Paprika sind tatsächlich ein Traumpaar, hätte ich vorher gar nicht unbedingt gedacht. Bin gespannt, was dir dazu einfällt!

  2. Bei diesem schönen Gericht kann ich mir vorstellen, dass ich ausnahmsweise auch den Fisch nicht bräuchte, auch wenn ich ein grosser Fan von gebratenem Fisch (mit knuspriger Haut 😉 ) bin. Dafür gefallen mri diese Quarkkeulchen ganz besonders gut.
    Liebe Grüsse von Sabine – diesmal aus dem Tessin

    • Barbara Luetgebrune

      Barbara Luetgebrune

      Liebe Sabine,

      Fisch mit Knusper-Haut find’ ich suuuuuper! 😀 Aber probier’s mal ohne. In diesem Fall ist echt weniger mehr. Und “Quarkkeulchen” ist ein überaus charmantes Wort – danke dafür!

      Herzlichste Grüße!

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