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Zwei Brote, fünf Fische und das alljährliche Tomaten-Wunder

Die Geschichte von einer der wohl wundersamsten Mahlzeiten aller Zeiten findet sich in der Bibel. Im Neuen Testament erzählen alle vier Evangelisten von der Speisung der Fünftausend, der wundersamen Brotvermehrung. Und die geht so: Um Jesus hat sich eine riesige Menschenmenge versammelt. Die Leute sollen was zu essen bekommen, aber die Jünger kratzen gerade mal fünf Brote und zwei Fische zusammen. Das reicht im Leben nicht für alle. Denken sie. Aber Jesus nimmt das bisschen Essen und lässt es unter den Leuten verteilen. Und dann: das Wunder. Alle Fünftausend werden satt, und als die Jünger am Ende die Reste einsammeln, sind sogar noch zwölf Körbe voll übrig.

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Klar, da geht’s in erster Linie um die christliche Message, dass Teilen alle satt macht, und nicht so sehr um Brot und Fisch als „Essbare Wunder“. Und doch war dies mein erster Einfall, als Zorra zu ihrem gleichnamigen Blogevent einlud. Brot und Fisch waren also schon mal gesetzt als Komponenten für meinen Beitrag, aber weil die Sache mit der wundersamen Vermehrung dann doch ein paar Nummern zu groß für mich ist, habe ich die beiden Zutaten um ein Gemüse ergänzt, das – wenngleich ganz bodenständig – für mich tatsächlich ein „Essbares Wunder“ ist, ein Wunder an Vielfalt, an Farbe, an Geschmack, jedes Jahr aufs Neue: die Tomate.

Das geht los, wenn ich im März die Samen in die Anzuchtpads stecke – neuerdings funktioniert das nicht mehr ohne meine Lesebrille, so winzig sind die Körnchen. Das bleiben sie aber nicht lange. Schon nach ein paar Tagen schieben sich die ersten grünen Spitzen aus der Erde, wachsen binnen weniger Wochen zu richtigen Pflänzchen heran, die größer und kräftiger werden, nach eigenen Blumentöpfen verlangen, und mit ein bisschen Wetter-Glück nach draußen umziehen können, ehe sie auf den Fensterbänken im ganzen Haus so richtig unhandlich und lästig werden.

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Wirklich wunderbar wird es, wenn die Tomaten reif sind. Selbst angebaute sind toll, aber kaufen geht auch. Zur besten Tomatenzeit avanciert stets ein Gemüsestand auf dem Wochenmarkt zu meinem Favoriten, dem ich zu anderen Jahreszeiten nicht viel abgewinnen kann. Aber dann! Tomaten aller Größen, Sorten und Farben türmen sich dort, und  mit einem Körbchen drumherum zu gehen und die schönsten Exemplare auszusuchen, ist ein durch und durch sinnliches Vergnügen. Rote, gelbe, orangefarbene, grüne oder marmorierte gibt’s dort, die kleinen Kirschtomaten und die üppigen Ochsenherzen, Dattel-, Pflaumen-, Fleisch- und Strauchtomaten: Hach! Lauter saftige, lebenspralle Köstlichkeiten.

Die Sache mit mir und den Tomaten ist übrigens eine echte Lebensliebe. Tomaten auszugeizen, war schon für mich als Kind eine der wenigen Gartentätigkeiten, die ich gern gemacht habe. Und mein liebstes Sommer-Abendessen von damals, Brot mit Frischkäse und Tomatenscheiben, lockt mich heute noch genauso. Ein bisschen neidisch bin ich auf die Österreicher, die einen so schönen, treffenden Namen für diese herrlichen Früchte haben: Paradeiser nennen unsere Nachbarn die Tomaten. Paradiesäpfel.

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Und ein paar davon wandern jetzt in einen köstlichen, warmen Brotsalat mit Fisch.


Das braucht ihr für 5000 zwei Personen:

Olivenöl, insgesamt etwa 6 EL
100 g Baguette
300 – 400 g Fischfilet (Seelachs, Kabeljau, Lachs – ich: Rotbarsch)
750 g Tomaten, gern bunt gemischt
2 Schalotten
1 Zehe Knoblauch
2 EL weißen Balsamico
eine Handvoll Basilikum-Blätter


Und das macht ihr:

Den Ofen auf 200 °C vorheizen. Das Baguette in dünne Scheiben schneiden, diese auf ein Backblech legen, mit Öl beträufeln und in einem Viertelstündchen im Ofen goldbraun rösten.

Kleine Tomaten halbieren, große vierteln. Die Schalotten in Ringe, den Knoblauch in feine Scheiben schneiden. Einen Teil der Basilikum-Blätter grob zerpflücken. Alles mit einem ordentlichen Schuss Olivenöl und dem Balsamico mischen. Salzen, pfeffern und in eine Auflaufform geben.

Die gerösteten Baguettescheiben durchbrechen und die Stücke untermischen.

Den Fisch in Würfel schneiden, die etwa so groß sind wie die Tomatenstücke. In einer Schüssel wiederum mit einem Schuss Olivenöl, Salz und Pfeffer mischen. Den Fisch auf den Tomaten verteilen und das Ganze im Ofen garen – das dauert zirka zehn Minuten. Der Fisch gart auf diese Weise ganz sanft und ist am Ende, wenn ihr die Auflaufform aus dem Ofen holt, fast so saftig wie die Tomaten. Alles noch schnell mit dem restlichen Basilikum bestreuen und dann warm servieren. Lasst es euch schmecken!

Dies ist mein Beitrag zum Blogevent „Essbare Wunder“, das Zorra in Kooperation mit Ron Zacapa ausrichtet.

Blog-Event CXVIII - Essbare Wunder (Einsendeschluss 15. April 2016)

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4 Comments

    • Barbara Luetgebrune

      Barbara Luetgebrune

      Ein Versuch! Ein Versuch! 😀 Mal schauen, ob’s eins wird, so ein richtig echtes, ausgewachsenes… 😉

  1. Was für eine schöne Idee zu dem Event-Thema! Und toll geschrieben, wie üblich. Umso sträflicher, dass ich erst jetzt hier vorbeikomme – in meinem Feedreader war das Ungelesene leider inzwischen zum Erdrutsch angewachsen. Hmpf. Aber jetzt komme ich wieder regelmäßiger, versprochen!

    • Barbara Luetgebrune

      Barbara Luetgebrune

      Dankeschön! Und: Da muss ich dann ja auch wieder regelmäßiger was schreiben, damit deine Besuche sich lohnen. 😀 Ist sowieso geplant, von daher ist das eine schöne Motivation. Mal schauen, wie es läuft. Ich hab‘ da gerade ’ne andere Schreib-Baustelle… 🙂

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